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Landkreis Cham verbietet gewerblichen Kanubetrieb auf dem Regen | BR24

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Cham verbietet Bootsbetrieb auf Regen

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Landkreis Cham verbietet gewerblichen Kanubetrieb auf dem Regen

Nach dem Landkreis Regen hat auch der Kreis Cham den Kanubetrieb auf dem Regen verboten. Zumindest brauchen Bootsverleiher jetzt eine Schifffahrtsgenehmigung - und die ist bis zum Saisonende nicht zu bekommen.

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Der gewerbliche Kanubetrieb auf dem Regen wird jetzt auch im Landkreis Cham zunächst verboten. Bootsverleiher dürfen ihre Kanus nur noch bis Ende September für Touren auf dem Fluss vermieten. Der sogenannte Gemeingebrauch für Bootsfahrer mit eigenen Kanus bleibt erlaubt. Allerdings werde auch dafür eine Verordnung erlassen, die beispielsweise den Konsum von Alkohol während einer Bootstour verbietet, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes in Cham dem BR auf Anfrage.

Langes Genehmigungsverfahren für gewerblichen Bootsverleih

Der gewerblich organisierte Bootsverleih mit Touren auf dem Regen ist demnach im Landkreis Cham nur noch möglich, wenn die Anbieter eine sogenannte Schifffahrtsgenehmigung beim Landratsamt beantragen. Dafür müssen sie eine Reihe von Unterlagen vorlegen, so die Sprecherin. Unter anderem müsse eine Prüfung naturschutzfachlicher Belange möglich sein, Antragsteller brauchen demnach beispielsweise eine Landschaftspflegerische Begleitplanung. Im Genehmigungsverfahren würden dann die Stellungnahmen relevanter Fachbehörden gesammelt, so die Landkreissprecherin. Dementsprechend lange dauert die mögliche Bewilligung einer Schifffahrtsgenehmigung – faktisch endet damit die Kanusaison für gewerbliche Anbieter im Landkreis Cham am 30. September.

Fischer: Bootsverleihe schaden Flora und Fauna

Auch flussaufwärts im Nachbarlandkreis Regen ist ein gewerblicher Kanuverleih mit Betrieb auf dem Regen derzeit nicht möglich. Fischereivereine hatten zunächst erfolgreich gegen die vom Landkreis Regen erteilten Schifffahrtsgenehmigung geklagt. Der Klage war ein langer, teils heftiger Streit zwischen Fischern und Bootsverleihern vorausgegangen. Aus Sicht der Fischer hatte der Bootsbetrieb auf dem Regen so sehr zugenommen, dass die Flora und Fauna drunter litten, vor allem Fische und Vögel.

Bürgermeister: Kanubetrieb sorgt für "unhaltbare Zustände"

Nach dem faktischen Verbot des gewerblichen Kanubetriebs im Landkreis Regen waren mehrere Anbieter von Bootstouren auf den Landkreis Cham ausgewichen. Dementsprechend nahm dort die Kritik an dem Treiben auf dem Regen zu. Unter anderem sprach der Bürgermeister von Chamerau, Stefan Baumgartner (CSU), von "unhaltbaren Zuständen". Im zuständigen Landratsamt in Cham hatte man die Beschwerden ernst genommen und auf den bisher nur geduldeten Kanubetrieb reagiert - nämlich mit der Auflage, dass Verleiher Schifffahrtsgenehmigungen beantragen müssen.

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