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Corona: Landkrankenhaus Rotthalmünster im Notfallbetrieb | BR24

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Im Krankenhaus in Rotthalmünster können nur die Hälfte aller Betten belegt werden, weil das Personal fehlt. 30 Prozent der Intensiv-Pflegekräfte sind in Quarantäne oder an Corona erkrankt. Das Krankenhaus hofft auf Impfstoff.

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Corona: Landkrankenhaus Rotthalmünster im Notfallbetrieb

Im Krankenhaus in Rotthalmünster im Landkreis Passau können nur die Hälfte aller Betten belegt werden, weil das Personal fehlt. 30 Prozent der Intensiv-Pflegekräfte sind in Quarantäne oder an Corona erkrankt. Das Krankenhaus hofft auf Impfstoff.

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Von
  • Katharina Häringer

200 Betten gibt es im Krankenhaus Rotthalmünster. 100 Betten werden derzeit nicht mehr belegt. Denn 30 Prozent der Pflegerinnen und Pfleger auf der Intensivstation sind in Quarantäne oder selbst an Corona erkrankt. Das Krankenhaus hofft auf Impfstoff. Doch ein kleines Haus wie Rotthalmünster muss länger warten als größere Kliniken.

Ärzte und Pfleger kümmern sich nur noch um Notfälle und um Covid-Patienten. Damit das klappt, werden alle, die irgendwann mal Erfahrung auf der Intensiv-Station gemacht haben, von ihrer jetzigen Position abgezogen - auch Mitarbeiter aus dem Controlling.

Jeden Tag ein neuer Dienstplan

"Wir mussten jetzt wieder eine Station schließen, weil einfach ab heute Nachmittag keine examinierte Kraft mehr da wäre, um jetzt zum Beispiel die Nachtdienste zu besetzen“, sagt der Ärztliche Leiter Thomas Skrebsky. Für die Pflegerinnen und Pfleger, die noch bleiben, steigt der Druck. Sie selbst wollen nicht mit uns sprechen. "Das Thema ist ja in jeder Ecke des Privatlebens vorhanden. Man muss ja überall diskutieren, muss sich auch teilweise rechtfertigen“, sagt Dr. Thomas Skrebsky. Er erzählt, dass erste Pfleger darum bitten, nicht mehr für Nachtdienste eingeteilt zu werden, weil ihnen die Kraft fehlt.

Viele kranke Mitarbeiter

Arbeiten am Limit – davon ist auch in einem Facebook-Post die Rede, der schon mehr als 500 Mal geteilt wurde. Ein Insider aus der Corona-Task-Force des Landkreises bittet die Bürger, ihre Kontakte zu reduzieren. Er schreibt: "Es gibt viele kranke Mitarbeiter. Das ist im Moment super eng und hat mit dem Vergleich einer Grippewelle rein gar nichts mehr zu tun. Die Wahrheit ist einfach wie beschissen. Möglichst zuhause bleiben und die Hygiene-Regeln einhalten."

© BR/Katharina Häringer

Krankenhaus Rotthalmünster. Eingang ist gesperrt.

Acht Soldaten unterstützen

Auch Ärzte, Reinigungskräfte und Hausmeister sind in Quarantäne oder krank. Wer wischt den Gang, wenn die Putzfrau fehlt? Auch auf so eine Frage muss eine Antwort gefunden werden. Soldaten helfen schon mit. Seit einer Woche können außerdem Patienten, die auf dem Weg der Besserung sind, in ein Behelfskrankenhaus nach Aidenbach verlegt werden.

Hoffen auf den Impfstoff

Das Klinikpersonal hofft auf Impfstoff. Nur rund 30 Mitarbeiter von insgesamt 280 Pflegern und Ärzten wurden bisher geimpft. Der Grund: Kleine Landkrankenhäuser kommen in der Priorisierung hinter größeren Häusern wie dem Klinikum in Passau. Die Impfbereitschaft ist laut Skrebsky sehr hoch: "Ein Glück, dass in den nächsten Tagen weitere 30 Impfdosen kommen sollen."

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