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Landgericht Würzburg: Mehrjährige Strafen für Online-Betrüger

Für Betrug beim Onlineverkauf von Waren hat das Landgericht Würzburg drei Männer zu Freiheitsstrafen verurteilt – eine davon ausgesetzt zur Bewährung. Ursprünglich ging die Staatsanwaltschaft von einer Beute in Höhe von 900.000 Euro aus.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Spielkonsolen, Küchengeräte, Grafikkarten online bestellt aber nie erhalten – über 1.800 Menschen wurden Opfer gewerbsmäßigen Betrugs auf der ehemaligen Internet-Plattform "eBay-Kleinanzeigen" (heute: Kleinanzeigen). Die Käuferinnen und Käufer zahlten zwar den Warenpreis, aber die Bestellung kam nie an. Nun hat das Landgericht Würzburg drei Männer aus Hessen für den massenhaften Betrug beim Onlineverkauf von Waren verurteilt.

  • Zum Artikel: Betrug bei Kleinanzeigen: Das sollte man vermeiden

Urteil des Landgerichts Würzburg

Die drei Angeklagten wurden zu Freiheitsstrafen - eine davon auf Bewährung - verurteilt. So wurden laut einem Gerichtssprecher dem ersten Angeklagten 546 Fälle des gewerbsmäßigen Betrugs nachgewiesen. Er erhielt eine zweijährige Jugendstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss er als Wertersatz 5.000 Euro zurückzahlen.

Dem zweiten Angeklagten wurden 218 Fälle des gewebsmäßigen Betrugs nachgewiesen. Er erhielt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

Der dritte Angeklagte erhielt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten, weil ihm 159 Fälle des gewebsmäßigen Betrugs nachgewiesen werden konnten. Er muss einen Wertersatz in Höhe von 10.900 Euro leisten.

Zum Tatzeitraum war einer der Männer unter 18 Jahre alt, die anderen beiden zwischen 18 und 20.

Annahme: Rund 900.000 Euro erbeutet

Wie die Staatsanwaltschaft den Angeklagten anfangs vorgeworfen hatte, erbeuteten die Angeklagten gemeinsam mit weiteren Täter rund 900.000 Euro über die mittlerweile umfirmierte Plattform "eBay Kleinanzeigen". Um Seriosität zu erzeugen, nutzten die Angeklagten dafür gehackte Plattform-Accounts, genauso wie fremde Personalausweisdokumente. Mit dem Geld sollen die Männer sich einen ausschweifenden Lebensstil finanziert haben.

Suche nach weiteren Tatbeteiligten

Prozessauftakt war am 23. Juni am Würzburger Landgericht. Die Verteidigung hatte im Laufe des Prozesses auf eine Verständigung hingearbeitet. Die drei Angeklagten hatten am dritten Verhandlungstag jeweils ein Geständnis abgelegt. Details wie die Namen von Hintermännern nannten sie aber nicht. Neben banden- und gewerbsmäßiger Betrug, wurde den Angeklagten Missbrauch von Ausweispapieren und Datenhehlerei angelastet. Die Suche nach weiteren Tatbeteiligten dauert an.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Mit Informationen der dpa.

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