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In der Corona-Pandemie gibt es mehr häusliche Gewalt und einen erhöhten Beratungsbedarf.

    Landeskriminalamt: Mehr häusliche Gewalt im ersten Corona-Jahr

    Nach Erkenntnissen des Bayerischen Landeskriminalamtes ist das Risiko für häusliche Gewalt im Laufe der Corona-Pandemie gestiegen. So sei im Mai 2020 die Nachfrage bei Beratungsangeboten 25 Prozent höher gewesen als im Vorjahreszeitraum.

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    Im ersten Jahr der Corona-Pandemie sind in Bayern die Fälle häuslicher Gewalt angestiegen – jedoch nicht deutlich. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht des Landeskriminalamtes (LKA) hervor. Die Opfer von Partnerschaftsgewalt im Jahr 2020 hätten von leichten bis schweren körperlichen Übergriffen berichtet, vor allem aber von mehr psychischer Gewalt wie Drohungen, Demütigungen und Psycho-Terror.

    Grüne fordern mehr Frauenhausplätze

    Die frauenpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Eva Lettenbauer, forderte angesichts der Entwicklung einen Runden Tisch mit privaten, zivilgesellschaftlichen und staatlichen Vertretern, um die Prävention von Gewalt gegen Frauen zu verankern: "Vor Gewalt schützen bedeutet, auch den Boden für Gewalt auszutrocknen: mit Bildung und Präventionsangeboten für die gesamte Gesellschaft."

    Die Zunahme besonders psychischer Gewalt in der Pandemie zeige, wie wichtig es sei, Schutzräume für Frauen bereitzuhalten. Lettenbauer forderte die Regierung auf, weitere 150 Frauenhausplätze schaffen.

    Je jünger die Kinder, desto gravierender die Folgen

    Physische oder psychische Angriffe gegen den Partner oder die Partnerin seien in der Regel keine Einzelfälle, bilanziert die Kriminologische Forschungsgruppe des LKA. Häusliche Gewalt erstrecke sich zumeist über viele Jahre. Dabei seien die in den untersuchten Familien lebenden Kinder (Alter bis 14 Jahre) meist Zeugen der Gewalttaten.

    Die Forscher kommen zu dem Ergebnis: Je jünger Kinder sind, die indirekt Gewalt erleben, desto gravierender können die physischen und psychischen Folgen für sie sein. Zudem steige für diese Kinder das Risiko, später selbst Opfer oder Täter zu werden.

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