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Landesbischof Bedford-Strohm ruft zur Solidarität auf | BR24

© Annalena Sippl

Heinrich Bedford-Strohm predigt in der Matthäuskirche in München

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    Landesbischof Bedford-Strohm ruft zur Solidarität auf

    Der Gottesdienst zum Buß- und Bettag in der evangelischen St. Matthäuskirche in München stand ganz im Zeichen der Pandemie. Die Botschaft des Tages - Neuorientierung und Besinnung - ist in diesem Jahr besonders aktuell.

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    "Zukunft offen" – so lautet das diesjährige Motto des Buß- und Bettages – mit der Betonung auf Off, dem englischen Wort für Aus. Ein Motto, das angesichts der Corona-Pandemie, passt. Vieles sei gerade ausgeschaltet, betonte der Landesbischof der evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm in seiner Predigt heute Morgen in der St. Matthäus Kirche in München: "Wir können heute nicht wie sonst am Bußtag in der Matthäuskirche in einer vollen Kirche feiern, sondern müssen uns in großen Abständen auf die Kirche verteilen. Wir stehen damit in einer großen Gemeinschaft von Menschen, die vieles, was unser Leben bisher geprägt hat, auf OFF schalten müssen."

    Ein Tag zur Neuorientierung, auch in Pandemiezeiten

    Auch wenn der Feiertag und Gottesdienste nicht wie in den Jahren zuvor begangen werden können, so habe er doch für die evangelischen Christen eine zentrale Bedeutung als Tag der Besinnung und der kritischen Lebensbilanz. "Der Buß- und Bettag ist ein sehr wichtiger Tag, gerade in diesen Pandemiezeiten, ein Tag des Innehaltens, ein Tag des Nachdenkes, welche Richtung nimmt das Leben und die Gesellschaft und wir brauchen solche Tage. Deswegen ist er gerade jetzt wichtig," so der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm.

    Sich für Gerechtigkeit einsetzen

    Die Zukunft auf "offen" schalten, statt auf "Off", das ist die Botschaft an diesem Buß und Bettag, trotz- oder gerade wegen der Corona-Pandemie. In dieser Zeit dürfe man auch nicht vergessen, sich für Recht und Gerechtigkeit einzusetzen, den Unterdrückten zu helfen. "Nicht gegen die anderen zu leben“, sei gutes Leben, "sondern mit den Anderen zu leben". An einem Bußtag, der von der Corona Pandemie überschattet wird, macht sich der bayerische Landesbischof diese Botschaft persönlich zu eigen: "Denn ich kann sie nicht vergessen, all die Menschen hier bei uns und in der ganzen Welt, die wir doch im kirchlichen Kontext so oft unsere ''Brüder und Schwestern' nennen und die jetzt unsere geschwisterliche Solidarität wirklich brauchen. Vielleicht geht mir ihre Not noch mehr nah, weil ich die Verwundung selbst spüre."

    Buß- und Bettag: Ursprung in Kriegs- und Pestzeiten

    Bedford-Strohm attestiert einer vom Corona-Virus geplagten Gesellschaft Müdigkeit: "Wir spüren, dass die Geduld zu Ende geht." Keiner sei ehrlicherweise in der Lage, "diese große Herausforderung zu bewältigen." Der evangelische Buß- und Bettag ruft in solchen Krisen zur Umkehr auf. Seinen Ursprung hat er in Kriegs- und Pestzeiten. Für den EKD-Ratsvorsitzenden ist dieser Feiertag Anlass, die eigene Haltung zu prüfen, Anlass zur Buße. Diese führe zu Vergebung und Freiheit.