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Landesbischof Bedford-Strohm kritisiert Corona-Leugner scharf | BR24

© dpa-Bildfunk/Michael Reichel

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am 30.10.2020 bei einem Festgottesdienst.

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    Landesbischof Bedford-Strohm kritisiert Corona-Leugner scharf

    Der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm hat bei den Diskussionen um die Corona-Beschränkungen einen fairen und konstruktiven Umgang angemahnt. Die schlichte Leugnung der Gefahren sei "unverantwortlich", sagte er zum Auftakt der Landessynode.

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    Von
    • Barbara Schneider

    Mit deutlichen Worten hat der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm die bundesweiten Demonstrationen von Corona-Leugnern kritisiert. Die schlichte Leugnung der Gefahren des Virus sei unverantwortlich, sagte der Bischof bei der Herbsttagung des evangelischen Kirchenparlaments, die zum ersten Mal rein digital als Videokonferenz stattfindet.

    "Wer die Corona-Bekämpfung systematisch sabotiert, wer die Ignoranz gegenüber der Pandemie zum Programm macht, riskiert das Leben von vielen Menschen." Landesbischof Bedford-Strohm

    Bedford-Strohm distanziert sich von Corona-Leugnern

    Die Verantwortungslosigkeit werde dadurch nicht besser, dass sie im Gestus des Protests daherkomme, so Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche (EKD) in Deutschland ist.

    Der Bischof distanzierte sich von Corona-Demonstranten, die im Namen des Christentums für Freiheitsrechte auf die Straße gehen. Diese Demonstranten brächten Menschen in Gefahr und könnten sie sich nicht auf das christliche Freiheitsverständnis berufen, sagte Bedford-Strohm. Das christliche Freiheitsverständnis verlange, auf die Schwachen Rücksicht zu nehmen.

    Landesbischof: Rechtsextremismus hat keinen Platz in der Kirche

    Alle politischen Ideologien, die menschliche Kälte zum Programm machten und Menschengruppen pauschal abwerteten, stünden außerhalb des christlichen Grundkonsenses. Für rechtsextremes Gedankengut sei kein Platz in der Kirche, sagte er.

    Wenn allerdings Proteste auf Not von Menschen aufmerksam machen, die durch die Corona-Einschränkungen ihre Existenz verlieren, gelte es genau hinzuhören. Angesichts der durch Corona ausgelösten Spannungen ist es Bedford-Strohm zufolge die Aufgabe der Kirche, für den Zusammenhalt der Gesellschaft einzustehen. Dabei sei es der wichtigste Beitrag der Kirche, in einer von der Pandemie verwundeten Gesellschaft die "heilende Liebe Gottes" auszustrahlen.

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