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Landesausstellung in Ansbach: Bedauern in Oberfranken | BR24

© BR/Annerose Zuber

Im Gespräch mit dem BR sagte Horst Seehofer im Jahr 2016, Oberfrankens Bezirksheimatpfleger Günter Dippold könne sich Ort und Zeit für eine "fränkische" Landesschau aussuchen.

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Landesausstellung in Ansbach: Bedauern in Oberfranken

Oberfrankens Bezirksheimatpfleger Günter Dippold reagiert mit Unverständnis auf die Entscheidung des Wissenschaftsministeriums, die Bayerische Landesausstellung im Jahr 2022 in Ansbach stattfinden zu lassen. Abgesprochen sei anderes gewesen.

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Während sich Ansbach darüber freut, im Jahr 2022 Austragungsort für die Bayerische Landesausstellung zum Thema "Typisch Franken" zu werden, sorgt die Entscheidung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst in Oberfranken für Unverständnis. Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk sagt Bezirksheimatpfleger Günter Dippold am Mittwoch (18.12.19): "Die Entscheidung ist nicht von mir gefällt."

Ort der Landesausstellung sollte Dippold entscheiden

Dabei hätte sie mit ihm gefällt werden sollen. Die Ausstellung, die die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der fränkischen Regierungsbezirke hervorheben soll, gehe schließlich auf seine Initiative zurück, sagt Dippold. Im Jahr 2016 hielt er beim "Tag der Franken" in Hof eine flammende Rede für die Ausrichtung einer solchen Veranstaltung, mit deren Planung der damalige Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ihn daraufhin beauftragt hatte. Seehofer sagte damals auch im Gespräch mit dem BR, Dippold könne sich Zeit und Ort der fränkischen Schau aussuchen.

"Er kann sich den Ort auswählen, er kann sich den zeitlichen Rahmen auswählen." Ex-Ministerpräsident Horst Seehofer 2016 im Gespräch mit dem BR

Noch im Sommer 2019 sagte Dippold im Gespräch mit dem BR, er warte täglich auf einen Anruf des Wissenschaftsministeriums und gehe davon aus, dass das Wort des Ministerpräsidenten auch über dessen Amtszeit hinaus Bestand habe.

Fünf Bewerber für die Bayerische Landesschau 2022

Seitdem habe Dippold mit Vertretern des Hauses für Bayerische Geschichte die insgesamt fünf Bewerberstädte besucht. Das Museum tritt als Veranstalter der Landesausstellung auf. Darunter soll auch die Stadt Bamberg gewesen sein, die sich aufgrund ihrer hohen Touristenzahlen für eine solche Ausstellung besonders eigne. Für Ansbach hat sich das Ministerium unter anderem entschieden, weil dort mit der Orangerie im Hofgarten ein besonders schöner und großer Festsaal zur Verfügung stehe, heißt es in einer Mitteilung. Dass er in der Entscheidungsfindung plötzlich nicht mehr involviert war, erklärt Dippold mit dem Wechsel des bayerischen Ministerpräsidenten im März 2018. Aus dem Wissenschaftsministerium heißt es auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks, Dippold sei in die Entscheidung durchaus eingebunden gewesen.

"Selbstverständlich wurde Prof. Dippold in den Entscheidungsprozess einbezogen und seine Meinung zu dem sehr starken Bewerberfeld gehört. Bei der Entscheidung für einen Austragungsort der Bayerischen Landesausstellung spielen viele Aspekte eine Rolle, die bei der endgültigen Auswahl des Ortes berücksichtigt werden müssen." Kathrin Ann Gallitz, Ministeriumssprecherin

Immerhin: Für Anfang 2020 habe Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) Dippold ein Treffen zugesagt, bei dem das weitere Vorgehen besprochen werden soll.

Landesschau 2020 in Aichach und Friedberg

Die Bayerische Landesausstellung findet jedes Jahr an einem anderen Regierungsbezirk statt. Derzeit ist die Schau noch in Regensburg zu Gast und zeigt "Hundert Schätze aus tausend Jahren". 2020 wird die Reihe mit einer Ausstellung zu den Gründerstädten der Wittelsbacher in Aichach und Friedberg fortgeführt, im Jahr 2021 folgt eine Ausstellung im Schloss Herrenchiemsee über die letzten Monarchen im Freistaat.