"Wir wollen Bayerns IT noch sicherer machen – insbesondere auch unseren BayernServer und das bayerische Behördennetz. Gleichzeitig wird das neue Landesamt Kommunen und Bürger aktiv beraten und unterstützen", sagte Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) bei der Eröffnungsveranstaltung in Nürnberg. Das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) soll eng mit dem Bundesamt zusammenarbeiten.
40.000 Hackerangriffe pro Tag
Kernaufgabe des LSI ist der Schutz staatlicher IT-Systeme. Rund 40.000 Cyberattacken pro Tag müssen abgewehrt werden. "Über 99 Prozent der Angriffe prallen vollautomatisch an unseren Sicherheitsmaßnahmen ab, der Rest wird durch unsere Experten gelöst“, so Söder. Keimzelle des neuen LSI ist das sogenannte BayernCERT, das bereits seit zehn Jahren als Anti-Hacker-Einheit arbeitet. Von derzeit 30 Mitarbeitern soll das LSI in den kommenden zwei Jahren auf 200 Computerspezialisten wachsen.
Lagezentrum ständig besetzt
Die bisherigen Standorte des BayernCERT in Würzburg und Bad Neustadt an der Saale werden zu LSI-Außenstellen umgewandelt. Für die Zentrale in Nürnberg wird das alte Postscheckamt nahe der Nürnberger Altstadt nun etappenweise umgebaut. Das Herzstück des LSI, das Lagezentrum, ist bereits fertig. Hier überwachen IT-Spezialisten die Netze, reagieren auf Angriffe und sprechen Warnungen aus.
Hilfe für Bürger und Kommunen
Eine weitere Aufgabe des LSI: In einem extra abgeschotteten Hochsicherheitslabor werden neue Bedrohungen analysiert und bestehende Sicherheitsmaßnahmen laufend fortentwickelt. "Wir versuchen stets, den Hackern einen Schritt voraus zu sein – unser IT-Labor ist dabei ein wesentlicher Schlüssel", sagte Söder. Durch Informationsveranstaltungen will das LSI Bürger, Kommunen und Behörden für Risiken im Internet sensibilisieren.