Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Landesamt für IT-Sicherheit – ein Jahr nach der Gründung | BR24

© BR-Studio Franken/Henry Lai

Lagezentrum im LSI

Per Mail sharen

    Landesamt für IT-Sicherheit – ein Jahr nach der Gründung

    Bayern wird immer digitaler – und gerade deswegen muss die Cybersicherheit verbessert werden. Dabei soll das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in Nürnberg helfen. Gründung war vor einem Jahr. Was hat sich seitdem dort getan?

    Per Mail sharen

    Ein Festung soll es sein, das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Ein digitales Fort Knox. Ein Bollwerk, das Bayerns digitale Infrastruktur vor böswilligen Angreifern schützt.

    Bei der Eröffnung des LSI vor einem Jahr sagte der damalige Finanzminister Markus Söder, Bayern müsse pro Tag mit rund 40.000 Cyberattacken fertig werden. Dass dabei auch einzelne Spammails eingerechnet wurden, erwähnte er nicht. Aber auch wenn die Zahlen etwas dramatisiert wurden: Falsch ist es nicht, in Cybersicherheit zu investieren. Im Gegenteil: Es werde immer wichtiger, sagt der heutige Finanzminister Albert Füracker.

    "Es beschäftigen sich offensichtlich im In- und Ausland sehr viele Menschen damit, an die Daten anderer Menschen zu kommen. Und der Freistaat Bayern hat hochsensible Daten zu schützen, denken Sie zum Beispiel an die Steuerdaten. Und deswegen sind wir überzeugt davon, dass man gar nicht genug tun kann." Albert Füracker (CSU), Bayerns Finanzminister

    Kampf um Fachkräfte

    Um seine Aufgaben erfüllen zu können, braucht das LSI vor allem Personal. Die Nürnberger Zentrale des Landesamts hat mit nur einer Handvoll Mitarbeiter angefangen. Mittlerweile sind es 56, größtenteils IT-Fachkräfte. Bis zum Jahr 2020 sollen es 200 werden, hieß es anfangs. Doch mittlerweile relativiert er dieses Ziel.

    "Es ist nicht so, dass wir keine Bewerberinnen und Bewerber hätten. Wir brauchen hochqualifiziertes Personal, wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein - aber die Konkurrenz ist eben groß um die besten Köpfe. Und deswegen müssen wir Schritt für Schritt eben schauen, dass wir auf 200 Beschäftigte kommen." Albert Füracker (CSU), Bayerns Finanzminister

    Der Wettbewerb um Fachkräfte ist hart. Unternehmen stellen derzeit alle Informatiker ein, die verfügbar sind. Und auch auf staatlicher Ebene suchen IT-Sicherheitsbehörden Fachkräfte.

    Die Sache mit dem Geld

    Der wesentliche Faktor ist das Geld. Wer nach seinem Informatik-Master-Abschluss in der Industrie anheuert, kann mit einem Jahresbruttogehalt von etwa 60.000 Euro rechnen, Doktoren kriegen da noch einmal zehn- bis zwanzigtausend mehr. Der Staat kann da nicht mithalten, die Einstiegsgehälter sind teilweise um ein Viertel niedriger. Laut Füracker bietet eine Anstellung beim Staat auch Vorteile.

    "Grad beim Staat hat man einen sicheren Arbeitsplatz. In Zeiten höchster wirtschaftlicher Prosperität wird das manchmal nicht so sehr geschätzt, aber wir hatten auch schon andere Zeiten und dann ist wieder jeder froh, wenn er einen staatlichen Arbeitsplatz hat. Es ist ja nicht so, dass es ein Arbeitsplatz wäre, der langweilig ist, sondern ganz im Gegenteil: Es ist spannend, bei uns tätig zu sein und mitzuhelfen, die neue Behörde aufzubauen." Albert Füracker (CSU), Bayerns Finanzminister

    Alle Fäden in einer Hand

    Herzstück dieser neuen Behörde, dem LSI, ist das Lagezentrum. Hier hängen sechs große Bildschirme an der Wand. Sie zeigen die aktuelle Sicherheitslage im bayerischen Netz. Die mehr als 2.000 Kommunen des Freistaats sind mit dem hochgesicherten BayernServer verbunden. Jeder behördliche Datenverkehr läuft über ihn, und vom Lagezentrum aus haben die Experten des LSI die Situation im Blick und können notfalls auch eingreifen.

    Allerdings können Bayerns digitale Türsteher nur die technische Seite überwachen. Wer vor dem Bildschirm sitzt, können die Experten dagegen nicht überprüfen, sagt Daniel Kleffel, Präsident des LSI.

    "Also das größte Sicherheitsrisiko ist oft natürlich der Mensch, dadurch dass er auf Punkte, auf Mails, auf URLs, die er per Mail gesandt bekommt, draufklickt und sich damit Schadgut runterlädt oder - aktueller Fall - seine Passworte zu selten ändert oder zu schwache Passworte verwendet oder für mehrere Accounts das gleiche Passwort verwendet." Daniel Kleffel, Präsident des LSI

    Um auch hier Verbesserungen zu erreichen, bietet das LSI Schulungen und Beratungen für Kommunen, aber auch Privatpersonen an. Die Arbeit wird dem Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik also nicht ausgehen. Im Sommer soll hier der zweite Bauabschnitt eröffnet werden – und mehr Platz gäbe es auch noch. Braucht es also nur noch das Personal, das in Bayerns digitalem Fort Knox arbeitet.