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Landesamt erarbeitet Konzept für Corona-Tests an Schlachthöfen | BR24

© picture alliance/dpa

Halbierte Schweine in einem Schlachthof

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    Landesamt erarbeitet Konzept für Corona-Tests an Schlachthöfen

    Nach Corona-Ausbrüchen in Schlachthöfen in mehreren Bundesländern sind nun auch in Bayern Infektionen bekannt geworden. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) arbeitet nun an einem Konzept für Reihentests.

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    Nach Corona-Ausbrüchen in Schlachthöfen in mehreren Bundesländern sind nun auch in Bayern Infektionen bekannt: So wurden Mitarbeiter eines niederbayerischen Schlachthofs positiv getestet. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) arbeitet deshalb an einem Konzept zur Reihentestung von Mitarbeitern an bayerischen Schlachthöfen.

    Landesamt unterstützt Reihentests im niederbayerischen Schlachthof

    Im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen unterstützt das LGL nach eigenen Angaben bereits das ansässige Gesundheitsamt bei der Reihentestung von Mitarbeitern eines Geflügelschlachthofes. Der Betrieb beschäftigt insgesamt gut 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Kritik an Wohn- und Arbeitsbedingungen an Schlachthöfen

    Kritiker sehen den Grund für ein erhöhtes Infektionsrisiko unter Schlachthofmitarbeitern in den Gemeinschaftsunterkünften. Dort würden die Beschäftigten unter oft beengten Verhältnissen leben. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in Bayern, Mustafa Öz, hält zudem die vorherrschenden Arbeitsbedingungen für problematisch.

    Beschäftigung an Schlachthöfen über Zwischenunternehmer

    Der Gewerkschafter sieht die Unternehmer in der Verantwortung: "Die haben Vertragspartner aus Osteuropa, die die Menschen anstellen und sie wirklich zusammenpferchen", sagte Mustafa Öz dem Bayerischen Rundfunk. Er verlangt, der Industrie zu verbieten, bestimmte Arbeitsbereiche auszulagern, indem sie Arbeitnehmer über Zwischenunternehmen beschäftigen.

    Landesamt nimmt Risiken an Schlachthöfen in den Fokus

    Der hohe Anteil an Fremdfirmen ist auch für das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit LGL der Anlass für verstärkte Untersuchungen an Schlachthöfen. Die Gemeinschaftsunterkünfte der Mitarbeiter würden generell ein höheres Risiko für eine SARS-CoV-2 Infektion bergen, so das LGL.

    „Übertragung über Lebensmittel unwahrscheinlich“

    Gleichzeitig gab das Landesamt Entwarnung. Eine Übertragung des Erregers über Lebensmittel auf den Menschen sei „nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand unwahrscheinlich“.

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