Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Land unter: Überschwemmungen in Bayern | BR24

© BR

An einigen Flüssen in Bayern herrschte die höchste Hochwasser-Meldestufe 4. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen standen sogar stundenweise Straßen und Schienen unter Wasser. Doch nun zeichnet sich langsam Entspannung ab.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Land unter: Überschwemmungen in Bayern

Der Dauerregen hat Flüsse und Bäche in Bayern über die Ufer treten lassen. Vielerorts entspannt sich die Lage inzwischen zwar, aber die Pegel sind weiterhin hoch - und die Niederschläge dauern an.

Per Mail sharen
Teilen

Tief "Axel" hat mit zwei Tage andauerndem Regen vor allem in Südbayern Flüsse und Bäche anschwellen lassen. Am Alpenrand fielen örtlich binnen zwei Tagen mehr als 180 Liter Regen pro Quadratmeter - etwa so viel wie normalerweise in einem Monat.

Mancherorts waren Straßen unpassierbar, Züge fielen aus, Keller liefen voll. Mehrfach mussten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk ausrücken - nicht nur im Allgäu und in Oberbayern. Auch in Franken gab es zahlreiche Einsätze infolge des Dauerregens.

Laut Deutschem Wetterdienst ist vor allem in Südbayern noch am Mittwoch mit Dauerniederschlag zu rechnen, dort bleibt die Hochwasserlage bestehen. In den übrigen Teilen Bayerns könnte sich die Lage zum Abend hin leicht entspannen.

Vielerorts Meldestufe 3 - aber vorsichtige Entwarnung

Konkrete Hochwasser-Warnungen gab es am Dienstag für die Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau, Kelheim, Landshut, Oberallgäu, Günzburg und Neu-Ulm. Die zweithöchste Meldestufe 3 herrscht seit Nachmittag stellenweise an der Günz und der Iller in Schwaben sowie an der Ammer und an der Loisach in Oberbayern. Gebietsweise entspannt sich die Lage zwar bereits, aber laut Joachim Stoermer von der Hochwassernachrichtenzentale steigen in Südbayern und an der Donau die Pegelstände noch verbreitet. Eine Meldestufe 4 werde nach neuen Prognosen aber nicht mehr erwartet.

"Die Behörden arbeiten eng zusammen, um drohende Hochwasserlagen rechtzeitig zu erkennen", sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler). Er verwies auf das Hochwasserschutz-Aktionsprogramm, im Zuge dessen in den vergangenen Jahren zahlreiche Deiche und Schutzmauern saniert sowie neu errichtet wurden.

Isar und Donau steigen noch leicht

Am Pegel der Isar in Freising wird der Scheitelpunkt mit einem Wasserstand von etwa 3,00 Metern in der Nacht zum Mittwoch gegen 22 Uhr erwartet. Das Erreichen der Meldestufe 3 in München kann nicht ausgeschlossen werden, das heißt, dass eventuell Keller überfluten werden.

In der niederbayerischen Stadt Landshut hat das Hochwasser der Isar am Dienstagabend die Meldestufe 1 erreicht. Vor allem am Maxwehr tosen die Wassermassen. Erste ufernahe Wegen mussten wegen Überflutung gesperrt werden.

Meldestufe 3 oder knapp darunter wird bis Mittwoch an der Donau in Regensburg-Schwabelweis, Straubing, Deggendorf und Passau erwartet. Nach den Prognosen des Hochwassernachrichtendienstes wird davon ausgegangen, dass die Donau in Passau morgen einen Pegelstand von 7,20 Metern überschreitet. Auch am Pegel Kelheim liefen die Vorbereitungen zum Hochwasserschutz.

© BR

In der niederbayerischen Stadt Landshut hat das Hochwasser an der Isar Meldestufe 1 erreicht. Bereits jetzt reißen die Fluten ganze Bäume mit sich, erste Wege sind nicht mehr passierbar. Über nacht sollen die Pegel auf Meldestufe 3 steigen.

💡 Was bedeuten die Meldestufen?

Das Ausmaß einer Überflutung wird in Bayern durch die folgenden vier Meldestufen beschrieben:

Meldestufe 1: Stellenweise kleinere Ausuferungen.

Meldestufe 2: Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen.

Meldestufe 3: Einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet oder Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen oder vereinzelter Einsatz der Wasser- oder Dammwehr erforderlich.

Meldestufe 4: Bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr in großem Umfang erforderlich.

(Quelle: Hochwassernachrichtendienst Bayern)

Straßen überflutet

Die starken Regenfälle hatten am Dienstag Auswirkungen auf den Verkehr in Bayern: Bei Murnau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen mussten Autofahrer Umwege fahren, mehrere Straßen waren überflutet.

In den Landkreisen Weilheim-Schongau und Berchtesgadener Land waren ebenfalls Straßen gesperrt. Am Alpsee im Oberallgäu sorgte ein kleiner Murenabgang im Bereich der B308 für Behinderungen.

Im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels trat der Haselbach über die Ufer und hat den Ortskern von Unterneuses geflutet. Das Wasser stand dort teilweise einen halben Meter hoch.

Bahnstrecken gesperrt

Die Deutsche Bahn meldete für folgende Strecken noch Sperrungen: Zwischen Immenstadt und Kempten sowie Oberstdorf verkehrte kein Zug, ebenso zwischen Garmisch-Partenkirchen und Murnau.

Auf der Strecke Augsburg-Ulm waren nach einer Sperrung die Züge am Dienstagmittag wieder mit Tempo 70 unterwegs, es gab laut Bahn leichte Verspätungen. Bayerische Oberlandbahn und Bayerische Regiobahn weisen auf mögliche Beeinträchtigungen und Verspätungen auf ihren Strecken hin, Fahrgäste können sich vor Reisebeginn online informieren.

© BR

Martin Breitkopf meldet sich direkt vom Ufer der Loisach und berichtet von einer angespannten Lage in Murnau. Dennoch ist die derzeitige Situation nicht mit dem Pfingsthochwasser von 1999 zu vergleichen.

Regen-Tief "Axel" zieht ab Mittwoch weiter

Das Wetter beruhigt sich nach den heftigen Regenfällen in den kommenden Tagen. "Das Ärgste ist vorbei", sagte ein DWD-Meteorologe in Offenbach. Zwar müsse noch weiter mit Niederschlägen gerechnet werden, doch Tief "Axel" ziehe langsam nach Osten ab. Zunächst soll es am Mittwoch von den Alpen bis zum östlichen Mittelgebirgsraum noch regnen, später werden die Schauer auch dort abklingen. Dennoch bleibt es mindestens bis zum Wochenende meist unbeständig.