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Lage auf Regensburger Rettungsschiff "Alan Kurdi" spitzt sich zu | BR24

© Sea-Eye/Fabian Heinz

64 Flüchtlinge sind auf dem Regensburger Seenotrettungsschiff "Alan Kurdi" untergebracht.

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    Lage auf Regensburger Rettungsschiff "Alan Kurdi" spitzt sich zu

    Inzwischen sind sechs Tage seit der Rettung von 64 Menschen vor der libyschen Küste vergangen - und die Lage auf dem Regensburger Rettungsschiff "Alan Kurdi" spitzt sich zu. Die Einsatzleitung spricht von Nahrungs- und Trinkwasserknappheit.

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    Die Lage auf dem deutschen Rettungsschiff "Alan Kurdi" vor der libyschen Küste spitzt sich zu. Wie die Regensburger Hilfsorganisation "Sea-Eye" am Dienstag mitteilte, seien Trinkwasser- und Lebensmittel bereits knapp.

    Sechs Tage sind inzwischen seit der Rettung von 64 Flüchtlingen vergangen. Das Schiff mit rund 80 Menschen an Bord ist weiter auf der Suche nach einem sicheren Hafen. Die EU-Kommission in Brüssel ist zwar eingeschaltet, jedoch bislang ohne Erfolg.

    Verstöße gegen Menschenrechtskonventionen

    Unterdessen könnte das Festhalten der Menschen an Bord ein juristisches Nachspiel haben. Wie "Sea-Eye" mitteilte, befasst sich ein Team aus internationalen Anwälten mit dem Fall der "Alan Kurdi", dem derzeit einzigen zivilen Rettungsschiff auf dem Mittelmeer. Die Juristen sähen erhebliche Verstöße gehen die UN-Menschenrechtskonventionen und auch gegen die Schutzpflichten eines Staates gegenüber der Familie.

    "Man muss eigentlich davon ausgehen, dass es bereits zu umfangreichen Verletzungen dieser Menschenrechte und staatlicher Schutzpflichten gekommen ist, allein weil sich bereits mehrere Staaten weigerten, uns unverzüglich einen sicheren Hafen zur Verfügung zu stellen." Sea-Eye-Sprecher Dominik Reisinger

    Viele Gerettete hätten von Verbrechen berichtet, denen sie in Libyen zum Opfer fielen. Frauen sprachen von sexueller Gewalt und von Menschenhandel, Männer von Erpressung, Folter und von der Ermordung jener Migranten, die ihre Peiniger nicht mehr bezahlen konnten.

    Nahrung und Trinkwasser werden knapp

    Einsatzleiter und Bord-Arzt Jan Ribbeck sprach indessen von unhaltbaren Zuständen an Bord des Schiffes. Auf einem Raum, der für 20 Personen ausgelegt ist, lebten seit Sonntag 81 Menschen. Sorge mache ihm der rasante Wasserverbrauch. Am Dienstagmorgen informierte der Einsatzleiter deshalb die maltesischen Behörden, dass spätestens am Mittwoch Nahrungsmittel, Trinkwasser und Wechselkleidung benötigt würden. Ein entsprechender Versorgungstransport soll inzwischen genehmigt sein.

    Unterdessen wurde eine Frau aus gesundheitlichen Gründen von Bord geholt. Sie soll über Schwindel geklagt haben. Außerdem gab es wohl Anzeichen von Kreislaufproblemen und Bewusstseinsstörungen.