BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Ladenöffnung trotz Lockdown: Verständlich oder vermessen? | BR24

© BR

Im Moment sieht es ganz nach einer Verlängerung des Lockdowns aus. Ein Sporthändler aber hat angekündigt, seine Filialen am 11. Januar zu öffnen. Eine Ankündigung, die für Aufsehen sorgt.

92
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Ladenöffnung trotz Lockdown: Verständlich oder vermessen?

Ein Rosenheimer Sporthändler will seinen Laden - auch wenn der Lockdown verlängert werden sollte - am 11. Januar wieder aufmachen. Unter #wirmachenauf unterstützen viele Menschen den Vorstoß. Bei BR24-Lesern sorgt der Plan für Diskussionen.

92
Per Mail sharen
Von
  • Claudia Steiner

Der Rosenheimer Sporthändler Udo Siebzehnrübl, der fünf Intersport-Filialen in Oberbayern betreibt, will seine Filialen am 11. Januar öffnen - auch, wenn der Lockdown wegen der weiter hohen Corona-Infektionszahlen verlängert wird. Siebzehnrübl sagt, er nehme alles in Kauf.

"Es ist ganz klar erwiesen, dass der Einzelhandel nicht verantwortlich ist für die Corona-Pandemie und auch nicht helfen kann, die Pandemie zu reduzieren. Darum werde ich auch am Montag meine Geschäfte aufsperren!" Sporthändler Udo Siebzehnrübl

Hunderte Kommentare bei BR24

Seine Ankündigung sorgte für Aufsehen und ein großes Medienecho, auch BR24-Leser diskutierten intensiv über den Vorstoß. Bis zum Montagabend wurde der Artikel mehr als 360-mal kommentiert.

Viele Leser wie "schwob" zeigten Verständnis für den Geschäftsmann: "Hoffentlich schließen sich viele andere Einzelhändler und weitere Brachen wie Restaurants, Friseure, Fitness, Kosmetik etc. an. Viele davon haben seit März 0,00 EUR als Hilfe erhalten und können nicht mehr anders...es reicht irgendwann...die Großen werden unterstützt, den kleinen, regionalen Handel macht man tot."

User wünschen Händler "viel Erfolg"

Auch "Fridl" findet den Vorstoß "sehr gut" und "FaustDick wünscht dem Mann "viel Erfolg". Er hoffe, "dass möglichst viele Gewerbetreibende und Einzelhändler mitziehen, denn nur über diesen Widerstand kommen wir aus der ganzen Nummer wieder heraus." Der Handelsverband Bayern hatte die Ankündigung einen "Hilfeschrei" genannt, zugleich aber klar gestellt, dass das Vorhaben ein offener Rechtsbruch sei.

User "Andreas_BY" forderte derweil FFP2-Masken für alle: "Wären FFP2-Masken für alle Menschen vorhanden, dann könnten wir unser Leben fast normal leben!!! Die Regierung kommt gar nicht auf diese Idee. Stattdessen Lockdown, Ausgangssperre usw.. Was für ein unfassbares Versagen unserer Politiker die 'Schaden vom Volk abwenden' sollen!"

Kritikerin: "Wo soll das noch hinführen?"

Andere BR24-Leser zeigten dagegen kein Verständnis für den angekündigten Rechtsbruch. "Meiner Meinung nach ist das ein Aufruf, zu machen, was man will! Wo soll das noch hinführen?", fragt "Ira" besorgt. Auch "Sonnenschein1975" kritisiert: "Schon erstaunlich, wieviele User hier das Vorhaben gut finden und 👍 liken. Die Stimmung in D(eutschland) ändert sich." Und "Xelso4run" findet: "Dieser Herr hat es einfach nicht kapiert, um was es bei dieser Sache geht. Das vieles falsch gelaufen ist oder auch falsch läuft, ist nicht weg zu diskutieren. Sich einfach mal querstellen, ist der falsche Weg."

"Elisabeth20" erinnert vor allem an die schwierige Lage in den Krankenhäusern. Sie schreibt: "Ich hab dieses Jahr auch 80 Prozent weniger Umsatz gehabt und käme dennoch nicht auf die Idee, mit einem solchen Verhalten zu beweisen, dass mir die Situation in den Krankenhäusern sch...egal ist."

Die Stadt Rosenheim, in der Siebzehnrübl eine seiner Filialen betreibt, will sich nicht zur geplanten Aktion äußern. Ein Sprecher sagte auf BR-Anfrage, die Stadt beteilige sich nicht an Spekulationen darüber, was einzelne Händler in der Zukunft tun werden.

Anm. d. Red: Die Kommentare wurden bezüglich der Rechtschreibung korrigiert.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!