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Ladenöffnung ab Montag: "Könnte vor Freude aus Schuhen springen" | BR24

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In Regionen mit niedriger Inzidenz darf der Einzelhandel ab Montag für einige wenige Kunden öffnen. In Erlangen freut sich Ladeninhaberin Beatrix Piller schon darauf.

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Ladenöffnung ab Montag: "Könnte vor Freude aus Schuhen springen"

Seit Wochen sind viele Geschäfte in der Erlanger Innenstadt geschlossen. Mit den neuen Beschlüssen der Bayerischen Staatsregierung dürfen manche Einzelhändler wieder ihre Türen öffnen. Zufrieden ist der Handel dennoch nicht.

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Von
  • Daniel Peter

Lang oder kurz, farbenfroh oder eher schlicht - die Frühlingskleider im Laden "Barceloneta" von Beatrix Piller in der Erlanger Fußgängerzone hängen schon auf den Kleiderbügeln und warten darauf, bewundert und gekauft zu werden. Dass sie ihren Laden nach Wochen der Schließung wieder öffnen kann, macht die Inhaberin überglücklich. "Ich könnte vor Freude aus den Schuhen springen", sagt Beatrix Piller strahlend. Monatelang habe sie auf diesen Moment gewartet.

Maximal 15 Kunden in Erlanger Laden

Nach der aktuellen Regelung dürfen in dem Laden, der sich über mehrere Stockwerke erstreckt, maximal 15 Kunden gleichzeitig einkaufen. Am Eingang stehen Desinfektionsspender, die Kasse ist mit einer Trennwand aus Plexiglas versehen. Beatrix Piller und ihre fünf Mitarbeiter sind für kommenden Montag also gut gerüstet. Bis dahin muss noch Ware einsortiert werden. Neben Kleidern gibt es auch Schuhe im Angebot – ihre Waren kämen überwiegend aus Italien oder Spanien und seien von hochwertiger Qualität, erzählt die Besitzern.

Handelsverband wünscht sich generelle Öffnung der Geschäfte

Uwe Werner, Bezirksgeschäftsführer des Handelsverbands Bayern in Mittelfranken, ist mit den neuen Regelungen von Bund und Ländern nicht zufrieden. Nachdem das Robert Koch-Institut festgestellt hat, dass der Einzelhandel kein Inzidenztreiber sei, hätte man sich eine generelle Öffnung der Geschäfte gewünscht, so Werner.

Nach der aktuellen Regelung dürfen die Geschäfte nur bei einer Inzidenz unter 50 eine bestimmte Anzahl Kundinnen und Kunden im Laden bedienen, abhängig von der Größe. Liegt der Wert zwischen 50 bis 100, müssen vorher Termine vereinbart werden, zu denen man ins Geschäft kommen kann (Click and Meet). Bei Werten über 100 ist es nicht möglich, Kunden im Geschäft zu empfangen. Dann bleibt weiterhin nur die Möglichkeit, dass Waren abgeholt werden (Click and Collect).

Händler fürchten, auf Ware sitzenzubleiben

Die Reaktionen der Händlerinnen und Händler in Mittelfranken seien unterschiedlich, berichtet Uwe Werner. Einige würden die neuen Regelungen nicht verstehen und seien sich unsicher, ob sie nun öffnen dürfen oder nicht. Andere, die sich in Gebieten mit einer Inzidenz über 100 befänden, seien entsetzt, weil sie auf bestellten Waren sitzen blieben, so der Geschäftsführer des Handelsverbands.

Geht Corona-Inzidenzwert durch Öffnung wieder nach oben?

Beatrix Piller hofft, dass der Inzidenzwert in Erlangen weiterhin unter der Marke von 50 bleibt. Die Befürchtung sei auch, dass nun viele Menschen aus Städten wie Bamberg, Forchheim oder Nürnberg kommen, die eine höhere Inzidenz haben als Erlangen – so könnten die Werte wieder nach oben steigen, sorgt sich Piller. Auch wenn die Zeiten schwierig sind, ans Aufgeben denkt Beatrix Piller nicht. Sie will ihren Laden auch im zehnten Jahr seines Bestehens weiterhin fortführen.

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