Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

KZ-Steinbruch in Flossenbürg: Gemeinde contra Staatsregierung | BR24

© BR/Thomas Muggenthaler

Ehemaliger KZ-Steinbruch in Flossenbürg

1
Per Mail sharen
Teilen

    KZ-Steinbruch in Flossenbürg: Gemeinde contra Staatsregierung

    Der Streit um den KZ-Steinbruch in Flossenbürg flammt wieder auf. Gemeinderat und Bürgermeister wollen den Weiterbetrieb, der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle, widerspricht.

    1
    Per Mail sharen
    Teilen

    Die Debatte, wie es mit dem KZ-Steinbruch am Wurmstein in Flossenbürg weitergehen soll, bleibt konträr. Der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle, betont die hohe historische Bedeutung des Steinbruchs und stellte sich jetzt hinter die Absicht der Staatsregierung, den Granit-Abbau zu beenden und das Areal in die KZ-Gedenkstätte einzubeziehen.

    Pachtvertrag soll auslaufen

    Demnach soll der Pachtvertrag mit einer privaten Firma, der den Granitabbau bis 2024 ermöglicht, nicht verlängert werden. Damit gibt Spaenle dem Gemeinderat contra. Das Gremium hat in seiner jüngsten Sitzung einen von Bürgermeister Thomas Meiler unterzeichneten Brief an die zuständigen Ministerien abgesegnet. Darin spricht er sich für ein "Nebeneinander" im Steinbruch aus. Im Klartext heißt das: Die Gemeinde ist für einen Weiterbetrieb des Steinbruchs.

    Im Steinbruch Flossenbürg stehen Originalgebäude aus der KZ-Zeit. Erhalten ist auch eine Treppe, die als Ort des Terrors in die Geschichte eingegangen ist. Den Steinbruch als Erinnerungsort zugänglich zu machen, bezeichnet Spaenle als "eine wesentliche Aufgabe der Gedenkstättenarbeit".

    Das Lager in Flossenbürg wurde 1938 eröffnet. Es diente den Nazis nicht nur dazu, Gegner zu inhaftieren. Die NS-Diktatur beutete Gefangene auch zur billigen Produktion von Baustoffen aus. Bis 1945 waren insgesamt 100.000 Häftlinge im Gesamtkomplex Flossenbürg. In dem KZ, gebaut zur "Vernichtung durch Arbeit", starben mindestens 30.000 Menschen, viele von ihnen auf den berüchtigten Todesmärschen wenige Tage vor Kriegsende.