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Corona-Krise: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg gedenkt digital | BR24

© BR/Margit Ringer

Aufgrund der Corona-Pandemie wird man am 23. April digital der Befreiung in Flossenbürg gedenken.

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    Corona-Krise: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg gedenkt digital

    Die Befreiungsfeiern in den Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg wurden im Zuge der Corona-Krise abgesagt. Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg wird deswegen am 23. April im virtuellen Raum der Befreiung des Lagers vor 75 Jahren gedenken.

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    Ende April hätte anlässlich des 75.Jahrestags der Befreiung des KZ Flossenbürg die größte Veranstaltung stattfinden sollen, die in der KZ-Gedenkstätte je über die Bühne gegangen ist. Aufgrund der Corona-Pandemie wird man am 23. April der Befreiung mit Hilfe neuer Medien gedenken. Das erklärte heute Gedenkstättenleiter Jörg Skriebeleit.

    Beiträge aus aller Welt

    In Flossenbürg wird eine separate Webseite freigeschaltet, auf der von eigentlich an der Befreiungsfeier beteiligten Akteuren aus aller Welt– vorrangig Überlebende und Angehörige – Text-, Audio- und Videobotschaften eingestellt werden. Unter anderem von Leon Weintraub aus Schweden, Jack Terry aus den USA oder Leszek Zukowski aus Polen. Zudem werden Statements von Ministerpräsident Markus Söder und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth erwartet.

    Mindestens 15.000 Menschen in Todesmärsche getrieben

    Am 23. April 1945 befreite die US-Army das KZ Flossenbürg. Sie fand hier nur noch rund 1.500 überwiegend kranke Häftlinge vor. 15.000 bis 20.000 Häftlinge trieb die SS in den berüchtigten Todesmärschen in Richtung Süden, in Richtung Dachau. Viele Häftlinge überlebten dieses letzte Kapitel der Lagergeschichte nicht. Die US-Army befreite einen Großteil der Überlebenden der Todesmärsche ebenfalls am 23. April bei Wetterfeld und Stamsried zwischen Roding und Cham.

    Überlebender: "Ich wurde für zwei Monate ohnmächtig."

    "Der 23. April war mein zweiter Geburtstag", sagt Justin Sonder aus Chemnitz. Eine Kolonne kam tatsächlich in Dachau an. Dachau erreicht hat auch Leszek Zukowski aus Warschau, der 2019 in Flossenbürg beim zentralen Gedenkakt für die Überlebenden gesprochen hat. Er sagte: "Ich wog 29 Kilogramm und hatte Typhus. Ich wurde für zwei Monate ohnmächtig."