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KZ-Gedenkstätte Dachau: Streit um neue pädagogische Leitung

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KZ-Gedenkstätte Dachau: Wechsel in der Führung sorgt für Ärger

In der KZ-Gedenkstätte Dachau sorgt eine Personalie für Zoff. Es geht um einen der wichtigsten Posten in der Gedenkstätte. Der Direktor der Gedenkstättenstiftung hatte den Posten im Alleingang neu besetzt - mit seiner langjährigen Büroleiterin.

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Von
  • Thies Marsen

Es geht um einen der wichtigsten Posten in der KZ-Gedenkstätte Dachau: die Leitung der Pädagogischen Abteilung. Der Direktor der bayerischen Gedenkstättenstiftung, der CSU-Politiker Karl Freller, hatte den Posten im Alleingang neu besetzt - mit seiner langjährigen Büroleiterin. Die Personalentscheidung sorgt für heftige Auseinandersetzungen.

Offizielles Auswahlverfahren im Herbst gestoppt

Per Brief haben Personalrat und ein Großteil der Belegschaft der KZ-Gedenkstätte Dachau bei der Gedenkstättenstiftung protestiert – vor allem gegen das Verfahren bei der Stellen-Neubesetzung. Stiftungsdirektor Karl Freller hatte das offizielle Auswahlverfahren für die Leitung der Bildungsabteilung im Herbst gestoppt – unter anderem wegen Corona und weil die Bewerber für die Stelle nicht überzeugten.

Entscheidung im Alleingang - unklar, ob rechtens

Vor wenigen Wochen dann setzte Freller per Verfügung seine langjährige Büroleiterin als neue Bildungschefin der KZ-Gedenkstätte ein. Sie stamme aus einer von den Nazis verfolgten Familie und habe als Organisatorin von Gedenkveranstaltungen überzeugt, so Freller zum BR. Allerdings bezog Freller bei seiner Entscheidung weder die Gedenkstättenleitung noch den Personalrat mit ein. Ob dieses Vorgehen rechtens war, ist unklar.

Personalrat und Beschäftigte wollen erneutes Auswahlverfahren

Sicher ist: Personalrat und viele der Beschäftigten fühlen sich übergangen. Sie pochen nun darauf, dass Freller seine Verfügung zurücknimmt und das Auswahlverfahren für die Stelle wieder aufnimmt. Ansonsten will der Personalrat rechtliche Schritte einleiten. Die Zeit drängt allerdings: Die neue pädagogische Leiterin soll schon am 1. März, also kommenden Montag, ihren Posten antreten.

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