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KZ-Steinbruch in Flossenbürg
© BR/Thomas Muggenthaler

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Thomas Muggenthaler
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KZ-Steinbruch in Flossenbürg

Das Ende des Granitabbaus in Flossenbürg ist beschlossene Sache. Das Bayerische Kultusministerium hat bestätigt, dass der Steinbruch des ehemaligen Konzentrationslagers nur noch bis 2024 in Betrieb ist. Danach soll dort eine Gedenkstätte entstehen.

Pachtvertrag wird nicht verlängert

Der Granit war der Grund, warum die SS im Jahr 1938 in Flossenbürg ein KZ errichtet hat. Der Pachtvertrag endet 2024 und der Freistaat Bayern wird den Pachtvertrag mit dem Betreiber des Steinbruchs nicht verlängern. Das hat auch bereits der Wissenschaftsausschuss des Bayerischen Landtags einstimmig beschlossen, zur Zufriedenheit von Gedenkstättenleiter Jörg Skriebeleit:

"Für uns ist es jetzt schon eine Herkulesaufgabe, Konzepte zu entwickeln, für ein 25 Hektar großes Gelände, auf dem acht denkmalgeschützte Gebäude stehen." Jörg Skriebeleit

Auf dem Steinbruchareal besteht jetzt dringender Handlungsbedarf. Ein Gebäude ist dort bereits eingestürzt. Auch die ehemalige Trafostation bei der Aussichtsplattform in Steinbruchnähe ist eingestürzt. Beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

Im Steinbruch können Jugendliche aber auch Lehramtstudenten am authentischen Ort sehen, was KZ-Zwangsarbeit bedeutet hat, erklärte Kultusminister Bernd Sibler (CSU). Er hat dem Ort bereits den Titel Universitätsstandort in Aussicht gestellt, nachdem ein Kooperationsvertrag mit der Uni Regensburg bereits abgeschlossen worden ist.

Die Nazis hatten das KZ Flossenbürg 1938 angelegt. Bis 1945 waren hier und in den Außenlagern schätzungsweise 100.000 Menschen aus 47 Nationen inhaftiert, darunter der evangelische Theologe und NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906 bis 1945). Etwa 30.000 Menschen kamen ums Leben - auch Bonhoeffer wurde ermordet.