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Der Kabinettssaal in München

Ministerpräsident Markus Söder stellte sein neues Kabinett in München vor. Die Minister im Kurzportät:

Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Minister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie stellvertretender Ministerpräsident: Aiwanger gilt als das Gesicht der Freien Wähler schlechthin. Der 47-Jährige studierte Landwirt war Spitzenkandidat im Landtagswahlkampf 2018 und hat seine Partei zu ihrem bislang besten Ergebnis bei einer Landtagswahl geführt. Er selbst zog als Stimmenkönig seiner Partei ins Maximilianeum ein. Aiwanger bewirtschaftet einen Hof in Rahstorf in der Nähe von Rottenburg an der Laaber und hat mit der Regensburger Landrätin Tanja Schweiger zwei Söhne. Mit dem Einzug der Freien Wähler in die Regierung erfüllt sich für den Niederbayern ein lang gehegter Traum.

Hubert Aiwanger

Hubert Aiwanger

Joachim Herrmann (CSU), Minister für Inneres, Sport und Integration: Der 62-Jährige ist in München geboren, in Erlangen aufgewachsen. Herrmann ist Jurist und sitzt seit 1994 im Bayerischen Landtag. 2003 wird er CSU-Fraktionschef, im Jahr 2007 wurde er als Nachfolger von Günther Beckstein Bayerischer Innenminister. Im Bundestagswahlkampf vor einem Jahr war er der Spitzenkandidat der Christsozialen und wurde bereits als Bundesinnenminister gehandelt. Nachdem die CSU die Wahl krachend verloren hat und Herrmann nicht in den Bundestag einzog, blieb er Innenminister in Bayern.

Archivbild: Joachim Herrmann

Archivbild: Joachim Herrmann

Albert Füracker (CSU) , Finanz- und Heimatminister: "Wir sind nicht die Unterpfalz, wir sind nicht die Niederpfalz, wir sind nicht die Hinterpfalz, wir sind Oberpfalz." Das rief Albert Füracker im Wahlkampf in den Bierzelten. Füracker kommt aus der Oberpfalz, genauer aus Lupburg im Landkreis Neumarkt. Der 50-Jährige stammt aus einer Landwirtsfamilie und ist selbst gelernter Landwirt. Seit 2008 sitzt Füracker im Landtag, 2013 wurde er Staatssekretär im Finanzministerium unter Markus Söder. Füracker gilt als enger Vertrauter des heutigen Ministerpräsidenten.

Albert Füracker

Albert Füracker

Florian Herrmann (CSU), Leiter der Staatskanzlei, Europa und Medien: Florian Herrmann ist seit 2008 Abgeordneter. Der 46 Jahre alte Jurist war Vorsitzender im Innenausschuss und Vorsitzender des Untersuchungsausschusses "Fall Mollath". Seit März 2018 ist er Staatskanzleichef unter Ministerpräsident Markus Söder. Herrmann galt im Machtkampf zwischen Seehofer und Söder um das Ministerpräsidentenamt als Söder-Unterstützer. In einem Punkt stellt sich der Freisinger konsequent gegen die CSU-Parteilinie: er lehnt den Ausbau des Münchner Flughafens und eine dritte Start- und Landebahn ab.

Florian Herrmann

Florian Herrmann

Bernd Sibler (CSU), Wissenschafts- und Kunstminister: Der Gymnasiallehrer für Deutsch und Geschichte ist seit 1998 im Landtag und Bildungspolitiker. Er war Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses, Staatssekretär im Bildungs- und Wissenschaftsministerium und seit März 2018 Kultusminister. Der 47-jährige Plattlinger verlor den Ministerposten, weil im Zuge der schwarz-orangefarbenen Koalition das Bildungsministerium an die Freien Wähler ging.

Bernd Sibler

Bernd Sibler

Michaela Kaniber (CSU), Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: Die 41-Jährige sitzt erst seit 2013 im Landtag. Im März 2018 berief der Ministerpräsident die gelernte Steuerfachangestellte als Landwirtschaftsministerin überraschend in sein Kabinett. In ihrer kurzen Amtszeit erarbeitete sie sich schnell einen guten Ruf bei Landwirten und ihren Parteifreunden. Kaniber kommt aus Bayerisch-Gmain im Berchtesgadener Land und hat kroatische Wurzeln. Auch sie galt im Machtkampf zwischen Seehofer und Söder als Söder-Unterstützerin.

Michaela Kaniber

Michaela Kaniber

Michael Piazolo (Freie Wähler), Kultusminister: Als Generalsekretär hat Michael Piazolo mitgeholfen, die Freien Wähler aus der Opposition in die Regierung zu führen. Der 59-Jährige nimmt - als einer der wenigen Großstädter in seiner Partei - eine Schlüsselstellung ein und gilt diesbezüglich als Aushängeschild seiner Partei. Der Professor für europäische Studien an der Münchner Hochschule für angewandte Wissenschaften lebt seit Jahren in der Landeshauptstadt. Piazolo war in der vergangenen Legislaturperiode Mitglied des Bildungsausschusses und bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion.

Michael Piazolo

Michael Piazolo

Hans Reichhart (CSU), Minister für Wohnen, Bau und Verkehr: Der 36-Jährige war von 2013 bis Herbst 2018 Landtagsabgeordneter. Bei der Wahl am 14. Oktober schaffte es Reichhart nicht mehr in den Landtag, da er kein Direktkandidat war. Reichhart, der aus dem Landkreis Günzburg stammt, ist Jurist und hat vor seiner Zeit im Landtag als Staatsanwalt und Richter gearbeitet. Reichhart ist außerdem Vorsitzender der CSU-Jugendorganisation, der Jungen Union.

Hans Reichhart

Hans Reichhart

Kerstin Schreyer (CSU), Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales: Die 47-Jährige ist seit 2008 Mitglied des Landtags. Die Sozialpädagogin war stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende. Von 2017 bis März 2018 war sie Integrationsbeauftragte der Staatsregierung. Seit März 2018 ist sie Sozialministerin in Söders Kabinett. Schreyer lebt in Unterhaching im Landkreis München. Manche in der CSU haben die Hoffnung, Schreyer könnte sozialpolitische Profil der CSU stärken, nachdem Barbara Stamm nicht mehr in der Politik aktiv ist.

Kerstin Schreyer

Kerstin Schreyer

Melanie Huml (CSU), Gesundheits- und Pflegeministerin: Die Bambergerin ist seit 2003 Landtagsabgeordnete. Damals zog sie als "Bayerns jüngste Abgeordnete" ins Parlament ein. 2007 wurde sie "Bayerns jüngste Staatssekretärin" und 2013 dann "Bayerns jüngste Ministerin". Als Gesundheitsministerin hat sich die 43 Jahre alte Ärztin einen guten Ruf erarbeitet und wird auch von der Opposition geschätzt. Sie ist die erste bayerische Ministerin, die im Amt ein Kind bekam. Seit 2017 ist Huml auch stellvertretende CSU-Vorsitzende.

Melanie Huml

Melanie Huml

Georg Eisenreich (CSU), Justizminister: Der 47-jährige Münchner hat Rechtswissenschaften studiert. Seit 2003 ist er Mitglied des Landtags. Er war bildungspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion, Staatssekretär im Bildungsministerium und ist seit März 2018 Staatsminister für Digitales, Medien und Europa. Er gilt als möglicher Nachfolger als Chef des Münchner CSU-Bezirksverbands, sollte Ludwig Spaenle, der es nicht mehr in den Landtag geschafft hat, das Amt niederlegen.

Georg Eisenreich

Georg Eisenreich

Judith Gerlach (CSU), Digitalministerin: Die 33-jährige Aschaffenburgerin zog 2013 als jüngste Abgeordnete in den Landtag ein. Die Rechtsanwältin wurde von der früheren Landtagspräsidentin Barbara Stamm gefördert. Sie war bisher Mitglied im Sozial- und im Europaausschuss.

Judith Gerlach

Judith Gerlach

Thorsten Glauber (Freie Wähler), Minister für Umwelt und Verbraucherschutz: Der 48-Jährige Oberfranke sitzt seit 2008 für die Freien Wähler im Landtag und hat sich vor allem in Sachen Energiepolitik, Wirtschaft, Verkehr und Bau einen Namen gemacht. In seinem Heimatort Pinzberg ist er dritter Bürgermeister. Glauber stammt aus einer Freien-Wähler-Familie. Sein Vater war Landrat im Kreis Forchheim. Thorsten Glauber ist 48 Jahre alt und hat auf dem zweiten Bildungsweg Architektur studiert. Bei den Koalitionsverhandlungen gehörte er zum Kernteam der Freien Wähler.

Thorsten Glauber

Thorsten Glauber