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Kurzes, stinkendes Spektakel: Titanwurz blüht erneut in Bayreuth | BR24

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Im Ökologisch-Botanischen Garten in Bayreuth steht wieder eine Titanwurz kurz vor der Blüte - das fünfte Mal seit 2014. Die größte Blume der Welt könnte sich an Pfingsten entfalten. Dann stinkt sie nach faulen Eiern.

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Kurzes, stinkendes Spektakel: Titanwurz blüht erneut in Bayreuth

Schon zum fünften Mal innerhalb von sechs Jahren wird im ökologisch-botanischen Garten der Universität Bayreuth eine Titanwurz blühen. Sie gilt als größte Blume der Welt und verströmt einen Geruch nach vergammeltem Fisch und Stinkefüßen.

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Es ist fast schon Routine im ökologisch-botanischen Garten (ÖBG) der Universität Bayreuth: In den kommenden Tagen wird erneut die größte der Blume der Welt blühen. In Bayreuth öffnet sich bereits zum fünften Mal innerhalb von sechs Jahren eine Titanwurz – nicht aber ein und dieselbe Pflanze.

Titanwurz blüht an Pfingsten

Der ÖBG hat zwei der besonderen Pflanzen, die regelrecht in einen Wettstreit zu treten scheinen, so Marianne Lauerer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ÖBG, im Interview mit dem Bayerischen Rundfunks. Die Pflanze, die wohl um Pfingsten herum zu blühen beginnt, hat sich 2016 erstmals geöffnet. Nun blüht sie zum zweiten Mal.

Webcam des botanischen Gartens

Dank einer Webcam auf der Seite des ÖBG kann jeder verfolgen, wie weit die Blume ist. Immer erst nachmittags gegen 14.00 oder 15.00 Uhr kann allerdings abgesehen werden, ob sich die Pflanze am Abend öffnen wird. Sobald man sich sicher sei, werde das auf der Facebook-Seite des ÖBG veröffentlicht. Ob es der Pfingstsonntag oder der Pfingstmontag wird, ist noch offen.

Titanwurz stinkt nach vergammeltem Fisch

Wenn es dann aber so weit ist, hat der botanische Garten bis 22.00 Uhr geöffnet und die Mitarbeiter informieren die Besucher über die Titanwurz. Neu ist dieses Mal eine sogenannte Duftorgel. Im Foyer des ÖBG können Besucher ab Sonntag dank dieser Vorrichtung vier Gerüche erschnuppern, die den Gestank der Titanwurz nachempfinden. "Man sollte vorsichtig die Nase davor halten, denn das sind schon unangenehme Düfte", so Lauerer.

"Man sagt immer, die Titanwurz riecht nach einer Mischung aus abgestandenem Bier, verrottendem Fisch, Stinkefüßen und altem Limburger-Käse. Biochemisch sind es Sulfit-Verbindungen und Buttersäure." Marianne Lauerer, Mitarbeiter des ökologisch-botanischen Gartens in Bayreuth

Titanwurz als Besuchermagnet in Bayreuth

Auch für das Team des Botanischen Gartens an der Uni Bayreuth ist die erneute Blüte nicht selbstverständlich. "Es ist immer wieder schön, die Spannung selber zu spüren, immer wieder beeindruckend wie groß und hübsch die Blüte ist und es kommen immer viele Leute in den Garten, um die Titanwurz zu sehen. Das trägt auch zur Popularität unseres Gartens bei. Das freut uns", so Marianne Lauerer weiter.

Tausende Besucher haben die beiden Titanwurze schon gesehen. Beim ersten Mal vor sechs Jahren waren es mehr als 11.000. Im vergangenen Jahr waren es noch rund 5.000 Interessierte.

Gute Pflege sorgt für erneute Blüte

Als Grund für die erneute Blüte einer Titanwurz in Bayreuth nannte Lauerer die gute Pflege und die guten Klimabedingungen. Die Mitarbeiter würden ein besonderes Auge auf die Pflanzen werfen, weil sie zum Aushängeschild des Gartens geworden seien, so Lauerer.

Titanwurz kommt aus dem Regenwald

Das Besondere an der Titanwurz: Sie ist sehr groß und blüht nur einen Tag und eine Nacht. Sie öffnet sich abends und verbreitet dabei einen intensiven Gestank. Die Titanwurz – ein Aronstabgewächs – ist normalerweise in den Regenwäldern Sumatras (Indonesien) beheimatet.

© Ökologisch-botanischer Garten Bayreuth

An Pfingsten wird in Bayreuth erneut eine Titanwurz blühen.