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Kurzarbeit: Lage am Untermain so schlimm wie noch nie | BR24

© picture-alliance/dpa

DGB-Fahne (Symbolbild)

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    Kurzarbeit: Lage am Untermain so schlimm wie noch nie

    Am Bayerischen Untermain sind laut DGB 70.000 Beschäftigte aufgrund der Corona-Pandemie in Kurzarbeit. DGB-Kreisverbandsvorsitzender Björn Wortmann hofft, dass es trotz der ernsten Lage nicht zu Massenentlassungen kommen wird.

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    Von
    • Katrin Küx

      "Wir tragen eine Bugwelle von 70.000 Kurzarbeitenden hier in der Region vor uns her und hoffen, dass diese Welle sanft brechen und möglichst wenig Jobs kosten wird!", so Björn Wortmann, DGB-Kreisverbandsvorsitzender Aschaffenburg-Miltenberg, am Montag im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk.

      Kurzarbeit in einer "nie dagewesenen Dimension"

      Wortmann zufolge gibt es 144.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt am Bayerischen Untermain. Dass für die Hälfte von ihnen Kurzarbeit angemeldet wurde, spiegele eine noch nie dagewesene Dimension wider. Gemeinsam mit seinen acht Mitgliedgewerkschaften hat der DGB am Montag ein Treffen in Aschaffenburg organisiert, um eine Wasserstandsmeldung aus den verschiedenen Branchen zu bekommen. Auch die im Herbst startenden Tarifrunden im Öffentlichen Dienst sind Thema gewesen.

    • Corona-Pandemie: Aktuelle Informationen zur Lage in Unterfranken finden Sie hier.

    Kundgebung mit prominenter Unterstützung

    Um auf die wirtschaftliche Situation am Untermain aufmerksam zu machen, findet am 22. September eine Kundgebung auf dem Aschaffenburger Schlossplatz statt. Unter den Rednern wird Wortmann zufolge auch der Aschaffenburger Kabarettist Urban Priol sein. Das Motto: "Solidarisch ist man nicht alleine", denn für die Organisation zeichnen sich der DGB gemeinsam mit den acht Mitgliedgewerkschaften verantwortlich: IG Metall, Ver.di, IGBCE, EVG, IGBAU, NGG, GdP und GEW.

    Kostenlose Beratungen am Aktionstag

    Für den 25. September ist ein Aktionstag mit 17 Info-Ständen auf dem Schlossplatz geplant. In Kooperation mit der Stadt Aschaffenburg, der Agentur für Arbeit, der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern, dem Deutschen Mieterbund, der SQG Strukturwandel und Qualifizierung GmbH, der Diakonie und der Caritas will der DGB von 14-18 Uhr auf dem Schlossplatz in Aschaffenburg einen Tag der Beratung anbieten. Im 30 Minuten Takt werden kostenlos Beratungen zu den Themen Arbeitswelt, Soziales, Ausbildung und Berufliche Weiterbildung angeboten.

    Konjunkturpaket auch für Betriebe am Untermain gefordert

    "Wir waren uns mit unseren Mitgliedsgewerkschaften heute einig, dass wir ausloten müssen, wie wir das bayerische Konjunkturpaket an den Untermain holen können. Wir sind hier stark exportorientiert, haben viele Zuliefererbetriebe in der Automobilbranche", betont Wortmann nach dem Treffen heute in Aschaffenburg gegenüber dem BR.

    Gewerkschaften wollen für Erhalt der Arbeitsplätze kämpfen

    Auch in Zeiten der Krise ließen die Gewerkschaften nicht alles mit sich machen, so Wortmann: "Einige Arbeitgeber haben in den vergangenen Jahren wichtige Restrukturierungsmaßnahmen verschlafen und glauben jetzt, dass wir alles hinnehmen werden. Aber wir kämpfen für die Beschäftigten, für die Jobs hier am Untermain und vor allem für Qualifikationen und Weiterbildung der Mitarbeiter, denn nur so kann der Wirtschaftsstandort Bayerischer Untermain gestärkt werden."

    Vier-Tage-Woche im Gespräch

    Aber man sei durchaus bereit zu Kompromissen, so der DGB-Kreisverbandsvorsitzende. Von Seiten der IG Metall etwa sei heute die vier-Tage-Woche ins Gespräch gebracht worden. Diese müsse natürlich branchenabhängig und individuell diskutiert werden.

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