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Nach einem wegen der Corona-Pandemie außergewöhnlichen Schuljahr beginnen für etwa 1,65 Millionen Schüler in Bayern heute die Sommerferien. Danach soll wieder Regelbetrieb herrschen - und die Digitalisierung der Schulen beschleunigt werden.

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Kurz vor den Sommerferien: Zeugnisse in Corona-Zeiten

Nach einem wegen der Corona-Pandemie außergewöhnlichen Schuljahr beginnen für etwa 1,65 Millionen Schüler in Bayern heute die Sommerferien. Danach soll wieder Regelbetrieb herrschen - und die Digitalisierung der Schulen beschleunigt werden.

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Von
  • Vera Cornette
  • BR24 Redaktion

Nach dem wohl außergewöhnlichsten Schuljahr seit Jahrzehnten starten heute die Sommerferien. Rund 1,4 Millionen Schülerinnen und Schüler erhalten ihr Jahreszeugnis. Weitere rund 52.000 Schülerinnen und Schüler, die mehrheitlich bereits in den vergangenen Wochen ihr Abschlusszeugnis erhalten haben, planen jetzt den weiteren Bildungsweg oder den Einstieg in Beruf oder Studium.

Homeschooling während Corona

Im abgelaufenen Schuljahr war viel Improvisation angesagt. Monatelang gab es keinen Unterricht im Schulgebäude, keine Klassenarbeiten und keine Sportstunden. "Homeschooling" lautete das Wort der Stunde. Ab Ende April waren alle Schülerinnen und Schüler, schrittweise beginnend mit den diesjährigen Abschlussklassen und den vier Jahrgangsstufen der Grundschulen, in den Unterricht zurückgekehrt.

Wegen der Corona-Pandemie hatte das Kultusministerium den Beginn der bayerischen Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai verlegt. Zeit, die die Absolventen offenbar gut nutzten. Die rund 35.000 Schülerinnen und Schüler erzielten einen Abi-Durchschnitt von 2,25. Zum Vergleich: 2019 lag der Notendurchschnitt bei 2,29.

Piazolo verspricht mehr Lehrer

Um den Unterricht im kommenden Schuljahr sicherzustellen, sollen laut Kultusminister Michael Piazolo (FW) 4.600 neue Lehrkräfte eingestellt werden. Zusätzlich sollen auch 800 sogenannte Team-Lehrer, also Lehrkräfte ohne Lehramtsstudium, eingesetzt werden. Die SPD-Bildungspolitikerin Simone Strohmayr bezeichnete das als "völlig unzureichende Maßnahme".

Digitalisierung in Schulen voranbringen

Die bayerische Staatsregierung will die Digitalisierung von Schule und Unterricht in den kommenden Jahren mit zusätzlichen Fördermitteln in Höhe von rund 450.000 Euro vorantreiben. Es soll unter anderem eine zentrale Bayern-Cloud, ein eigenes Schul-Rechenzentrum, zusätzliche digitale Leihgeräte für Schüler und Lehrer, neue IT-Systemadministratoren und neue Stellen für die Aus- und Fortbildung von Lehrern geben. Das kündigten Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Kultusminister Michael Piazolo am Donnerstag nach einem Spitzengespräch mit Vertretern von Schülern, Lehrern und Kommunen in München an.

Sehr schnell soll nun auch geklärt werden, ob alle Schulen über ausreichende Internet-Zugänge verfügen. Bis September wolle man einen "digitalen Schulatlas", sagte Söder, um einen Überblick über die Breitband- und WLAN-Versorgung zu bekommen. Die Versorgung sei zwar sehr hoch. Aber man wolle nun einzelnen Rückmeldungen nachgehen, wonach es an manchen Schulen schlechter aussehe. Diese Einzelfälle wolle man beheben, betonte der Ministerpräsident.

Für viele ist die Umstellung auf das digitale Lernen eine Herausforderung. Lehrer fordern eine bessere Ausbildung und bessere Ausstattung in den Schulen. Auch Eltern fühlen sich nicht genügend auf das Homeschooling vorbereitet. Dazu kommt, dass die Lernplattform Mebis vom Start weg erhebliche Probleme hatte.

Nach den Sommerferien Regelbetrieb?

Ab dem 8. September sollen alle Schülerinnen und Schüler wieder täglich Präsenzunterricht haben. Für viele ist ein normaler Schulbetrieb jedoch nicht vorstellbar. Lehrerverbände fordern ein neues Hygiene-Konzept, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes eine Leistungsstanderhebung und Förderprogramme, um entstandene Lerndefizite abzubauen. Der bayerische Elternverband sieht die Rückkehr zum Normalbetrieb dagegen positiv. Noch sind viele Fragen offen, wie es im Herbst weitergeht.

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In Bayern beginnen heute für 1,65 Millionen Schülerinnen und Schüler nach einem außergewöhnlichen Schuljahr die Sommerferien. Die Zeugnisse wurden teils gestaffelt an kleinere Schülergruppen verteilt oder im Freien überreicht.