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Kurswechsel: Freie Wähler fordern Anpassung der Test-Strategie | BR24

© Gabriele Dunkel/BR
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Das Corona-Test-Konzept der bayerischen Staatsregierung stößt in den eigenen Reihen auf Kritik - die Freien Wähler unter Hubert Aiwanger fodern einen Kurswechsel

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Kurswechsel: Freie Wähler fordern Anpassung der Test-Strategie

Unabhängig von Symptomen kann sich jeder in Bayern auf Corona testen lassen. Die Freien Wähler von Wirtschaftsminister Aiwanger hatte erst nichts gegen den Kurs von Ministerpräsident Söder einzuwenden. Nun fordern sie eine Änderung der Strategie.

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Von
  • Gabriele Dunkel

Die Freien Wähler haben für Bayern eine neue Corona-Teststrategie gefordert. Das bisherige Vorgehen müsse unverzüglich an die aktuelle Entwicklung angepasst werden, forderte Generalsekretärin Susann Enders und verwies auf einen entsprechenden Beschluss des Landesvorstands der Freien Wähler von Donnerstagabend. Diesen trägt auch Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger mit.

Schnelle Testergebnisse für Risikopatienten und Menschen mit Symptomen

Mit diesem Kurs stellen sich die Freien Wähler gegen die Teststrategie der Staatsregierung, der sie selbst angehören. Erst kürzlich hatte diese das Vorgehen in Bayern verteidigt. Enders begründete die Kehrtwende damit, dass die bisherige Strategie der Jedermann-Tests hohe Kosten verursache.

Außerdem drohten so Test-Engpässe. Ärzte und Labore seien maximal ausgelastet. Um eine weitere Belastung der Kommunen und Mediziner zu verhindern, müsse die Strategie schnell und gezielt angepasst werden.

Dabei verweist der Landesvorstand der Freien Wähler auf das Robert Koch-Institut. Das empfehle stärker zu priorisieren: Insbesondere Menschen mit Symptomen, Risikopatienten oder besonders gefährdete Menschen müssten ihre Testergebnisse schnell bekommen - und nicht erst nach vielen Tagen.

Aiwanger: Menschen mehr bei politischen Abwägungen mitnehmen

Parteichef Hubert Aiwanger verwies außerdem auf die zunehmende Spaltung der öffentlichen Meinung zur Corona-Lage. Die Freien Wähler hätten sich stets für zielführende und verhältnismäßige Maßnahmen eingesetzt, so der Wirtschaftsminister. "Wir müssen die Menschen noch mehr mitnehmen bei politischen Abwägungen, um bei der Krisenbewältigung erfolgreich zu sein."

Auf BR-Nachfrage an das Gesundheitsministerium zur Forderung des Landesvorstands der Freien Wähler, hieß es: Die Regierungskoalition arbeite auf der Grundlage einstimmiger Kabinettsbeschlüsse. Hubert Aiwanger, der stellvertretende Ministerpräsident, hat sich zur Stunde dazu gegenüber dem BR noch nicht geäußert.

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