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Kurorte leiden unter finanziellen Einbußen durch Coronakrise | BR24

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Die Aussichten waren schon mal besser. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind in Kurorten wie Bad Kissingen und Bad Bocklet die Einnahmen deutlich eingebrochen. Beide Kommunen sind auf Unterstützung des Freistaats angewiesen.

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Kurorte leiden unter finanziellen Einbußen durch Coronakrise

Die Aussichten waren schon mal besser. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind in Kurorten wie Bad Kissingen und Bad Bocklet die Einnahmen deutlich eingebrochen. Beide Kommunen sind auf Unterstützung des Freistaats angewiesen.

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Viele Kurorte in Bayern leiden durch die Coronakrise unter finanziellen Einbußen. In Bad Kissingen rechnet Kurdirektorin Sylvie Thormann wegen des Teil-Lockdowns etwa mit über 200.000 Euro fehlenden Kurtaxeeinnahmen für November. Die Mitarbeiter des bayerischen Staatsbades seien aktuell in Kurzarbeit. Laut Thormann übernimmt der Freistaat Bayern "Deckungsfehlbeträge" in Höhe von 47 Prozent. Die restlichen 53 Prozent habe die Stadt Bad Kissingen zu tragen.

Stadt Bad Kissingen zahlt eine Million Euro Ausgleich

Der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH drohe zwar aktuell keine Zahlungsunfähigkeit, sagt Thormann. Allerdings leide die Stadt Bad Kissingen unter den hohen Kosten. "Die Ausgleichszahlungen, die die Stadt in diesem Jahr für die Staatsbad GmbH geleistet hat, werden wir auf Dauer nicht leisten können", sagt Thomas Hack, Sprecher der Stadt. In diesem Jahr müsse die Stadt Bad Kissingen zusätzliche Mehraufwendungen von rund einer Million Euro auf sich nehmen. Für 2021 rechnet Hack mit ähnlichen Größenordnungen in den Haushaltsplanungen.

Das sei eine schwierige Situation für die Stadt, der durch die aktuellen Einbrüche bei der Gewerbesteuer und durch die Ausgleichzahlungen an die Bayerische Staatsbad GmbH zwischen zwei und drei Millionen Euro im Haushalt fehlen würde. Laut Hack treffen Bad Kissingen "erhebliche Ausfälle" im Bereich der Steuereinnahmen. Viele Betriebe in Bad Kissingen sind auf den Tourismus angewiesen. "Zur Aufrechterhaltung ihrer Handlungsfähigkeit" werde die Stadt auf staatliche Unterstützung angewiesen sein.

Bad Bocklet hofft auf Hilfe durch den Freistaat

Auch der unterfränkische Kurort Bad Bocklet leidet laut Kurdirektor Thomas Beck unter finanziellen Einbußen. In dem bayerischen Staatsbad fehlen dieses Jahr rund 150.000 Euro Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe. Das seien etwa 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Laut Beck wäre eine Unterstützung seitens des Freistaates "sehr wünschenswert und nötig". Von 17 Mitarbeitern seien derzeit fünf in Kurzarbeit. Eine Zahlungsunfähigkeit drohe derzeit aber noch nicht, betont Beck. "Durch das Kurzarbeitergeld und die reduzierten Ausgaben im Kulturbereich und im Marketing konnten wir die Zeit bisher überbrücken."

Heilbäder-Verband fordert eigenen Rettungsfonds

Unter dem Teil-Lockdown leiden viele Heilbäder in Bayern. Ihr Verband forderte in einem Brief an Ministerpräsident Söder einen eigenen Rettungsfonds. Den Heilbädern und Kurorten drohe sonst die Zahlungsunfähigkeit, sagte der Verbandsvorsitzende Alois Brundobler. Er verwies darauf, dass – anders als in normalen Kommunen – Kurparks, Kurorchester oder Thermen unterhalten werden müssen.

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