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Zeppelintribüne bunt bemalt

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    Kunstwerk an Zeppelintribüne: Ermittlungen abgeschlossen

    Nachdem im Oktober vergangenen Jahres eine anonyme Künstlergruppe die Nürnberger Zeppelintribüne in Regenbogenfarben angemalt hatte, hat die Polizei ihre Ermittlungen dazu fast abgeschlossen. Zuvor gab es Kritik an den Ermittlungen.

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    Von
    • Nicolas Eberlein

    Im Oktober 2020 hatte eine anonyme Künstlergruppe die Nürnberger Zeppelintribüne in Regenbogenfarben angemalt. Die Ermittlungen dazu hat die Polizei nun fast abgeschlossen. Die Ermittlungsakte zu der illegalen Kunstaktion "Regenbogenpräludium" müsse nur noch finalisiert werden, dann werde sie an die Staatsanwaltschaft übergeben, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks.

    Kritik an Polizeibefragungen

    Die Nürnberger Wählergruppe "Politbande" hatte auf Facebook kritisiert, dass eines ihrer Mitglieder von der Polizei zu dem Fall befragt wurde, obwohl Nürnbergs Kulturbürgermeisterin Julia Lehner (CSU) auch zuletzt auf einer Podiumsdiskussion sagte, dass es ihres Wissens bislang zu keiner Strafverfolgung gekommen sei und auch nicht kommen werde. Dass nach der Aktion eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet wurde, sei ein normales Vorgehen. Das bestätigte ein Polizeisprecher auf BR-Anfrage. Sobald eine Anzeige erstattet werde, beginnen die Ermittlungen in dem Fall.

    Staatsanwaltschaft entscheidet über Strafverfolgung

    Ob es darüber hinaus zu einer Strafverfolgung oder einer Anklage kommt, sei eine rechtliche Bewertungsfrage. Dies dürfe die Polizei nicht leisten, das sei Aufgabe der Staatsanwaltschaft. Nachdem die polizeilichen Ermittlungen nun abgeschlossen seien, wird sich die Staatsanwaltschaft voraussichtlich ab der kommenden Woche mit dem Fall beschäftigen. Die Bemalung der Zeppelintribüne sorgte Ende Oktober und noch Anfang November für eine kontroverse Diskussion. In den sozialen Medien wurde die Kunstaktion, die am Morgen kurz vor der Jury-Entscheidung zu Europas Kulturhauptstadtbewerbung entdeckt wurde, gelobt.

    Positive Resonanz für Kunstaktion

    Unter dem Hashtag #regenbogenpräludium gab es viel positive Resonanz. Peter Punz, Lehrbeauftragter bei der Akademie Faber-Castell, nannte es zum Beispiel "das schönste und authentischste Kunstwerk" für die Bewerbung, die Bemalung sei "die perfekte Entweihung des Ortes". Auch Hajo Wagner, Leiter des Bewerbungsbüros für die Nürnberger Bewerbung, nannte die Bemalung auf Facebook "ein sensationelles Werk aktionistischer Kunst, politisch klar formuliert und zugleich von hoher symbolischer Kraft". Sowohl die politische Dimension der Arbeit als auch deren Durchführung im öffentlichen Raum entsprächen ganz der zentralen Maxime der Nürnberger Bewerbung um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt.

    Kritik: Aktion war nicht abgesprochen

    Gleichzeitig stimmte Nürnbergs Kulturbürgermeisterin Julia Lehner (CSU) zwar dem Grundgedanken der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Erbe der NS-Zeit zu. Solche Aktionen "bedürfen jedoch der Absprache und müssen mit dem Denkmalschutz vereinbar sein", sagte Lehner im Oktober. Sie forderte die anonyme Künstlergruppe anschließend zum Dialog auf. Während der Podiumsdiskussion am 21. Januar berichtete Lehner, dass auch der Beirat für bildende Kunst im öffentlichen Raum die Meinung äußerte, dass es richtig sei, das Präludium nicht dauerhaft anzubringen, um anderen Interventionen nicht eine solche Gelegenheit zu nehmen.

    Bemalung wegen Denkmalschutzes entfernt

    Damit solle allgemein keine dauerhafte Kunst an der Zeppelintribüne zugelassen und ermöglicht werden, sondern auf zeitlich begrenzte Kunst gesetzt werden. Das Liegenschaftsamt hatte die illegale Aktion angezeigt, die Stadt Nürnberg ließ es daraufhin entfernen – unter Berufung auf den Denkmalschutz. Hajo Wagner bedauerte dies, die Beseitigung schmerzte ihn eigenen Worten zufolge sehr.

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