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Kundgebung: Michelin soll sich an Abmachung halten | BR24

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Der Reifenhersteller Michelin will in gut einem Jahr sein Werk in Hallstadt bei Bamberg schließen. Davon sind mehr als 800 Mitarbeiter betroffen. Viele haben heute vor dem Werkstor dagegen protestiert.

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Kundgebung: Michelin soll sich an Abmachung halten

Die Beschäftigten von Michelin in Hallstadt (Lkr. Bamberg) machen mobil. Der französische Reifenhersteller will das Werk ab dem nächsten Jahr schrittweise schließen. Der Betriebsrat spricht von Vertragsbruch.

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In Hallstadt bei Bamberg wollen die Michelin-Beschäftigten am Freitagnachmittag (15.11.19) gegen die geplante Werksschließung Anfang 2021 protestieren. Von Vertragsbruch ist die Rede.

Standortsicherung bis Ende 2022 soll zugesagt sein

Mit der Kundgebung wollen die Beschäftigten Druck auf den Arbeitgeber machen, sagte der Betriebsratsvorsitzende Josef Morgenroth dem Bayerischen Rundfunk. Es gebe einen deutschlandweit gültigen Tarifvertrag mit einer Standortsicherung für alle Michelin-Werke bis Dezember 2022. Die Beschäftigten hätten dafür Einschnitte hingenommen und bei den Tarifverhandlungen auf Geld verzichtet, damit der Standort erhalten bleibt. Gewerkschaft und Betriebsrat pochen daher auf die Einhaltung dieses Tarifvertrags.

SUVs und Elektroautos fahren mit größeren Reifen

Die Geschäftsführung von Michelin sieht keinen Vertragsbruch. Betriebswirtschaftliche Gründe hätten sie zu dem Schritt gezwungen, erklärte der Werksleiter Jens Schlemmer schon vor Wochen gegenüber dem BR. Denn die Nachfrage nach 16 Zoll Reifen im Premiumbereich sei um 20 Prozent eingebrochen und der Trend dauere an. 2021 habe das Werk in Hallstadt dann ein "massives Auslastungsproblem". Der Grund für den Rückgang sei die starke Konkurrenz aus Asien und ein Trend zu anderen Fahrzeugmodellen wie SUVs und Elektroautos mit größeren Reifen. Solche Reifen werden an anderen Standorten produziert.

Plan: Schrittweise Schließung ab Mitte 2020

Bisher habe es keine direkten Gespräche mit der Arbeitgeberseite gegeben, so Josef Morgenroth. Es gebe in der Sache "keine Bewegung" von Seiten des Konzerns. Ende September hatte der französische Reifenhersteller angekündigt, das Werk in Hallstadt bis Anfang 2021 zu schließen. Mitte nächsten Jahres will die Geschäftsleitung mit der schrittweisen Schließung beginnen. Gemeinsam mit dem Landkreis Bamberg hat das Unternehmen bereits begonnen, die künftige Nutzung des Geländes zu diskutieren. Für die Beschäftigten werden neue Arbeitsplätze gesucht.

Über 850 Jobs stehen auf dem Spiel

858 Beschäftigte sind von der Werksschließung betroffen. Das Michelin-Werk bei Bamberg wurde 1971 gegründet. Insgesamt beschäftigt Michelin an seinen deutschen Standorten derzeit rund 5.400 Mitarbeiter. Nach einer Betriebsversammlung Freitagmittag (15.11.19) wollen die Beschäftigten in Hallstadt sich vor dem Werkstor zu einer Kundgebung treffen.

© picture alliance/Nicolas Armer

In Hallstadt machen Beschäftigte von Michelin ihren Ärger darüber Luft, dass sich der Reifenhersteller nicht an eine angeblich gemachte Zusage halten will.