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Kundgebung in Nürnberg: Schausteller senden Lebenszeichen | BR24

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Immer mehr Volksfeste werden für dieses Jahr abgesagt, ob die Auer Maidult oder auch das Nürnberger Volksfest, das eigentlich heute beginnen sollte. Seit über einem Jahr haben dadurch auch die Schausteller und Schaustellerinnen kein Einkommen.

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Kundgebung in Nürnberg: Schausteller senden Lebenszeichen

Das Frühjahrsvolksfest in Nürnberg fällt corona-bedingt schon zum zweiten Mal in Folge aus. Mit einer Protestaktion senden die Süddeutschen Schausteller nun ein Lebenszeichen. Noch ist völlig unklar, wann sie wieder richtig durchstarten können.

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Von
  • Julia Hofmann

Eigentlich wäre der Volksfestplatz am Nürnberger Dutzendteich ab Karsamstag bunt und laut, voller Fahrgeschäfte umlagert von gut gelaunten Menschen. Das Frühlingsvolksfest hätte begonnen und es eröffnet traditionell den Reigen der bayerischen Feste und Kirchweihen. Aber es ist ja Corona und deshalb fällt es bereits im zweiten Jahr in Folge aus.

Trostlosigkeit bei den Schaustellern

Es herrscht absolute Trostlosigkeit – nicht nur auf dem Platz auch bei den Schaustellerinnen und Schaustellern, die seit über einem Jahr so gut wie kein Einkommen und keine Arbeit haben. Mit einer Kundgebung wollen sie wenigstens ein Lebenszeichen aus Nürnberg senden. Eine über 100 Jahre alte Konzertorgel lässt dabei, zumindest akustisch, ein bisschen Volksfeststimmung aufkommen.

Keine Perspektiven, keine Hoffnung

Die Perspektivlosigkeit lässt ganze Schaustellerfamilien verzweifeln, die teilweise seit Generationen einen Großteil des Jahres mit ihren Geschäften quer durch die Republik reisen und von einem Volksfest zum nächsten ziehen. "Es fehlt uns die Planungssicherheit, wir haben keinerlei Hoffnung oder Perspektive im Moment und man starrt auf den Fernseher und man starrt auf die Zahlen und denkt, wann kann man denn endlich wieder unseren Job machen. Wir wollen keine staatlichen Hilfen, im Gegenteil. wir wollen mit unserer Hände Arbeit unseren Job wieder machen und uns aus dem Sumpft rausziehen", so Lorenz Kalb vom Süddeutschen Schaustellerverband.

Alternativkonzept "Nürnbärland"

Die ersten Betriebe hätten schon aufgegeben, so Lorenz Kalb weiter. Es sei bisher auch nicht absehbar, wann es wieder losgehen könnte. Zusammen mit der Stadt Nürnberg haben die Schausteller auf jeden Fall schon einmal ein Alternativkonzept ausgearbeitet: "Nürnbärland" soll ein mobiler Freizeitpark werden. Nur ein Drittel der Betriebe wie bei einem normalen Volksfest, verteilt auf dem 60.000 Quadratmeter großen riesigen Gelände, mit viel Abstand und strengem Hygienekonzept. Aber auch das wird erst dann möglich sein, wenn es die Infektionszahlen in Bayern wieder zulassen. Wann das sein wird, kann und will bisher niemand vorhersagen.

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