BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR-Studio Franken/Tobias Burkert
Bildrechte: BR-Studio Franken/Tobias Burkert

Elizaveta Shlosberg spricht auf einer Kundgebung auf dem Nürnberger Kornmarkt für eine Freilassung Nawalyns.

Per Mail sharen

    Kundgebung für Freilassung Nawalnys in Nürnberg

    Anfang Februar wurde der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny zu dreieinhalb Jahren Straflager verurteilt. Unrecht, das auch die Menschen in Nürnberg angeht, sagt die neu gegründete "Allianz für ein freiheitlich-demokratisches Russland" Nürnberg.

    Per Mail sharen
    Von
    • Tobias Burkert

    Minus acht Grad, eisiger Wind – obwohl die Sonne scheint, fühlt es sich zumindest so kalt an, wie sich viele die Temperaturen in Russland wohl vorstellen. Rund 30 Menschen haben sich an diesem Samstagvormittag auf dem Nürnberger Kornmarkt versammelt. Sie tragen Transparente und Fahnen, auf ihnen steht unter anderem: "Gegen Repression in Russland" und "Solidarität".

    Allianz für ein freiheitlich-demokratisches Russland Nürnberg

    Aufgerufen zu der Kundgebung hat die neu gegründete "Allianz für ein freiheitlich-demokratisches Russland" Nürnberg. Sie fordert unter anderem: die sofortige Freilassung des Oppositionellen Alexej Nawalny und anderer politischer Gefangener in Russland.

    Nawalny war im Januar in Moskau festgenommen worden. Ein russisches Gericht verurteilte ihn am 3. Februar wegen Missachtung von Bewährungsauflagen zu einer mehrjährigen Haftstrafe. Weltweit sorgte die Inhaftierung des Kreml-Kritikers für Aufsehen.

    Initiatorin: "Ich kann nicht einfach wegsehen"

    Elizaveta Shlosberg ist eine der Initiatorinnen der Kundgebung auf dem Kornmarkt. Die 36-Jährige hat einen deutschen und einen russischen Pass, lebt seit mehr als 20 Jahren in Deutschland. In einer digitalisierten Welt, in der man das Unrecht in Russland quasi in Echtzeit miterlebe, könne sie nicht einfach wegschauen, was dort alles gerade passiere. 11.000 Menschen seien in den vergangenen beiden Wochen in Russland verhaftet worden. Die Bundesregierung müsse klare Kante zeigen gegen solch undemokratisches Verhalten, sagt sie. Russland bedrohe nicht nur die Demokratie in Europa, sondern auf der ganzen Welt, führt sie weiter aus.

    Keine Angst vor Repressalien

    Zusammen mit ihren Mitstreitern will Elizaveta Shlosberg Solidarität zeigen und sich gegen die ihrer Meinung nach willkürliche Auslegung der Gesetze in Russland aussprechen. Angst, auf die Straße zu gehen, habe sie keine, sagt Shlosberg. Das sei ein Privileg in Deutschland, das müsse man nutzen. Ihre Oma allerdings lebe noch in Russland. Ob ihr das politische Engagement bei der Einreise Schwierigkeiten bereiten wird, dies sei ein Risiko, das sie eingehen müsse.

    "Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!