Keine Regenschirme, sondern Sonnenschirme wurden an die Gäste wegen der Sonneneinstrahlung verteilt. Nachteil: Verdeckte Sicht zur Bühne

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"Servus beinand": 70. Europäische Wochen sind eröffnet

"Servus beinand": 70. Europäische Wochen sind eröffnet

Eines der größten Kulturfestivals in Deutschland ist eröffnet: die Festspiele "Europäischen Wochen" in Passau. Die Reden beim offiziellen Auftakt standen ganz im Zeichen der Ukraine-Krise.

Die Festspiele "Europäischen Wochen" (EW) sind eröffnet. Zum 70. Mal findet das Festival heuer statt. Beim Festakt an der Passauer Ortsspitze – wo die Flüsse Donau, Inn und Ilz zusammenfließen – waren trotz brütender Hitze zahlreiche Prominente dabei. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Botschafterlegende John Kornblum wurden per Video zugeschaltet.

Festival für die Völkerverständigung

Einer der Festredner war Timothy Liston, Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika in München, der mit einem „Servus beinand“ seine Verbundenheit zu Bayern deutlich machte. Wie alle anderen Redner ging auch Liston auf die Bedeutung der EW als Festival für die Völkerverständigung und den Krieg in der Ukraine ein: „Unsere gemeinsamen Werte halten die transatlantischen Beziehungen zusammen. Der brutale Angriff Russlands auf die Ukraine hat den Westen geeint wie nie zuvor.“

Von der Leyen: „Moralische Verantwortung für Ukraine“

Zur Überraschung vieler Festgäste wurde auch eine Videobotschaft von Ursula von der Leyen gezeigt, was im Programm nicht vorgesehen war. Die EU-Kommissionspräsidentin hielt ein eindrückliches Plädoyer für den Beitritt der Ukraine zur EU: „Wir tun alles, um den Krieg dort zu beenden und das Land zu unterstützen. Bereiten wir uns auf den Wiederaufbau der Ukraine vor. Dafür haben wir die moralische Verantwortung.“ Eingespielt wurde auch eine Videobotschaft von John Kornblum, dem früheren US-Botschafter in Deutschland. Er lobte die völkerverständigende Initiative der EW. Offiziell eröffnet hat die Festspiele Staatsminister Christian Bernreiter (CSU). Kultur sei besonders nach der Pandemie wichtig, so Bernreiter. Man brauche Orte der Begegnung wie hier bei den Europäischen Wochen.

Highlights: Villazón, Elvis und Händels Wassermusik

Bis Ende Juli sind insgeamt gut 50 Veranstaltungen an 20 Orten im Raum Passau und in Österreich geplant. Weltstars wie Tenor Rolando Villazón und Cellist Davis Geringas stehen ebenso im Festspielkalender wie die Bamberger Symphoniker und die Münchner Philharmoniker. Ein Höhepunkt ist auch der Auftritt von Musikern, die in den 1970er Jahren mit Elvis Presley gespielt haben, sowie Händels "Wassermusik" als Schiffskonvoi mit historischen und modernen Schiffen auf der Donau. Damit soll die Erhebung des Donaulimes zum Weltkulturerbe gefeiert werden. Das ganze Programm findet sich unter www.ew-passau.de.

Die "Rhine River Ramblers" beim Festakt auf der Bühne

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Wegen Ukraine-Krieg: Pianistin Lisitsa ausgeladen

Bereits im Vorfeld der Festspiele war es zu einem Eklat gekommen. Die in Kiew geborene Pianistin Valentina Lisitsa wurde ausgeladen, weil sie sich laut Intendant Gerhard prorussisch und proseparatistisch geäußert habe und Anfang Mai in der von Russen besetzten Stadt Mariupol aufgetreten sei. Das sei keine Basis für ein Konzert bei einem Friedensfestival wie den EW, so die Festspielleitung. Das Konzert in Zell an der Pram in Oberösterreich spielt statt Lisitsa die Pianistin Ragna Schirmer mit Werken von Chopin.

Festival für europäische Verständigung

Amerikanische Offiziere und die Stadt Passau hatten die EW 1952 aus der Taufe gehoben – auch um die Begegnung von Künstlern aus Ost- und Westeuropa möglich zu machen. Festspielleiter Carsten Gerhard im BR-Interview: "Völker zusammenbringen ist auch heute noch die DNA der Europäischen Wochen."

In Passau finden die "Europäischen Wochen" statt.

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