BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Kulturhauptstadt 2025: Das sind Nürnbergs Bewerbungs-Highlights | BR24

© Hermann Klink, Nürnberg, 10.10.2019

Die Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg soll zu einem Zentrum der Kreativen werden.

1
Per Mail sharen

    Kulturhauptstadt 2025: Das sind Nürnbergs Bewerbungs-Highlights

    Das Geheimnis ist gelüftet: Nürnberg hat das zweite Bewerbungsbuch um den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2025 vorgestellt. Darin beschreibt die Stadt ihre Highlights. Die ehemalige Nazi-Kongresshalle etwa soll zu einem Kreativ-Zentrum werden.

    1
    Per Mail sharen

    "Wir öffnen das Schatzkästlein in Nürnberg und der Region" – so beschreibt es Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU). Auf mehr als 100 Seiten beschreibt das Bewerbungsbuch "Bidbook II" das geplante kulturelle und künstlerische Programm für die Kulturhauptstadt Nürnberg 2025. Vorgesehen sind rund 60 Projekte und Aktionen.

    Jonathan Meese realisiert Tanzprojekt auf ehemaligem Reichsparteitagsgelände

    Das ehemalige Reichsparteitagsgelände wird zu einem der Zentren der Kulturhauptstadt. Dort, wo einst die Nationalsozialisten ihre Reichsparteitage inszenierten, wird zum Beispiel der renommierte Regisseur Jonathan Meese ein Tanzprojekt realisieren. Mit Bewegung, Bild und Klang setzt sich Meese mit der Bildsprache von Leni Riefenstahl auseinander. Auch der französische Tänzer und Choreograph Boris Charmatz wird auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände neue künstlerische Erfahrungsräume öffnen. Der unfertige Bau der Nazi-Kongresshalle am Dutzendteich wird zu einem Zentrum der Kreativen in der Stadt mit Ateliers, Probenräumen und Ausstellungsflächen.

    Dürers Gesamtwerk wird digital zum Leben erweckt

    In den Städtischen Museen werden die Ausstellungen komplett neu gestaltet. So wird etwa das Albrecht-Dürer-Haus, eines der wenigen noch erhaltenen Künstlerhäuser der Renaissance, digital: Da die Originale des berühmten Künstlers in aller Welt verstreut sind, werden Dürers Kunstwerke digital in sein Wohnhaus zurückgeholt. Auf diese Weise soll Dürers Gesamtwerk zum Leben erweckt werden. Auch andere Museen in der ganzen Region digitalisieren ihre Kulturgüter, etwa das Hirtenmuseum in Hersbruck. Die Alte Feuerwache soll, neben der Kongresshalle, zu einem weiteren Kreativzentrum werden.

    Großraum Nürnberg wird zum großen Spielplatz

    Einer der Schwerpunkte der Bewerbung ist das Thema Spiel. Nürnberg und die Region als ein Zentrum der Spielzeugproduktion und der Spielzeugindustrie verwandeln sich in einen großen Spielplatz. An vielen ausgewählten Orten, ob Museen, öffentlichen Plätzen, Theaterbühnen oder Fußballplätzen, sind spielbare Installationen oder Workshops geplant. Dabei suchen Künstlerinnen und Künstler das Spielzeug der Zukunft. Sie fragen danach, wie und mit was unsere Kinder und Enkelkinder spielen werden. Die Gaming-Szene nimmt bei dieser Suche nach dem Spiel der Zukunft eine zentrale Rolle ein.

    Bewerbung bildet Höhen und Tiefen von Nürnbergs Geschichte ab

    Bei der Auswahl der Projekte habe sich Nürnberg vom Bewerbungsslogan „Past Forward“ leiten lassen, sagte Oberbürgermeister König. So würden der Glanz und die Höhen der Nürnberger Geschichte genauso abgebildet wie deren Tiefen und Narben. Nürnberg kehre der Geschichte nicht den Rücken, sondern hinterfrage und diskutiere sie und leite daraus Strategien für die Zukunft ab. So untersuchten mehrere Kunstprojekte die Mechanismen der Nationalsozialisten und leiteten daraus Handlungsstrategien für heute ab. Auch der rechtsextreme NSU, der dreimal in Nürnberg gemordet hat, ist Thema eines Kunstprojekts.

    Kulturhauptstadt-Bewerbung: Einzigartige Chance auf Veränderung Nürnbergs

    Insgesamt stehen für das künstlerische Programm 50 Millionen Euro zur Verfügung. 20 Millionen Euro werden in den Ausbau der Kongresshalle und der Alten Feuerwache investiert. Im Ganzen hat die Bewerbung einen Etat von gut 102 Millionen Euro. Mit dem Rest sollen die Kosten für Marketing, Personal, Organisation und Mieten gedeckt werden. Das Geld kommt von der Stadt Nürnberg, dem Freistaat Bayern, dem Bund und von Städten und Gemeinden aus der Europäischen Metropolregion. Die Kandidatur als Kulturhauptstadt Europas 2025 sei eine einzigartige Chance, Veränderungen herbeizuführen in einer Stadt, die trotz ihrer Routinen und Gewohnheiten alle Möglichkeiten hat, eine lebendige, europäische Stadt, eine echte europäische Metropole zu werden, sagte Kulturbürgermeisterin Julia Lehner (CSU). Selbst wenn es mit dem Titel nicht klappe, sollen Teile des Programms und vor allem der Investitionen realisiert werden, versprach OB König.

    Kulturhauptstadt-Jury besucht Nürnberg nur digital

    Am 23. Oktober findet der coronabedingt digitale Besuch der europäischen Jury in Nürnberg statt. Am 27. Oktober präsentiert sich Nürnberg ebenfalls virtuell der Jury. Die Entscheidung, welche deutsche Stadt im Jahr 2025 den Titel europäische Kulturhauptstadt tragen darf, fällt dann am 28. Oktober. Außer Nürnberg bewerben sich noch Chemnitz, Hannover, Hildesheim und Magdeburg.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!