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Kultur, Shoppen & Sport: Niederbayern und Oberpfalz sperren auf | BR24

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Ein Schild in einem Ladenfenster (Symbolbild)

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    Kultur, Shoppen & Sport: Niederbayern und Oberpfalz sperren auf

    Der Beschluss von Bund und Ländern über Lockerungen der Corona-Maßnahmen sieht Öffnungen im Einzelhandel, Museen und Sportvereinen vor - wenn die Inzidenzen stimmen. In Niederbayern und der Oberpfalz bereitet man sich aufs Öffnen vor.

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    Von
    • Michael Wagner
    • BR24 Redaktion

    Nach dem Beschluss von Bund und Ländern am vergangenen Donnerstag gelten ab Montag nicht nur gelockerte Kontaktbeschränkungen. Auch sind regional bei Inzidenzen ab 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und weniger regional wieder erste Öffnungen im Einzelhandel, Kulturbetrieb und Sport möglich. Auch in Niederbayern und der Oberpfalz wird vielerorts aufgesperrt.

    Fußballtraining in Aussicht - ohne Zweikampf

    Im Landkreis Kelheim liegt die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert-Koch-Institut bei 47,9 (Stand 06.03.). Damit ist im Landkreis laut Beschluss der Bund-Länder-Konferenz kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen von maximal zehn Personen im Außenbereich und auf Außensportanlagen wieder erlaubt. Beim ATSV soll laut Vorstand der Trainingsbetrieb bei Kindern bis 14 Jahre ab Montag wiederaufgenommen werden.

    Auch der Trainingsbeginn bei den Fußball-Senioren steht in Aussicht. Allerdings wolle man zuerst die Entwicklung der Inzidenzwerte für die nächsten Tage beobachten, so der erste Vorsitzende des ATSV, Oswald Bauer. Bei einer Stabilisierung des Inzidenzwerts auf unter 50 stünde dem Trainingsbeginn dann nichts mehr im Wege.

    Trainingsbetrieb auch bei Tennis und Stockschützen

    Auf Zweikämpfe muss jedoch verzichtet, die Abstandsregeln eingehalten werden. Aber "ein Fußballplatz ist ja groß genug für zehn Leute", so ATSV-Vorstand Bauer. Der Trainingsbetrieb soll darüber hinaus auch beim Tennis und den Stockschützen wieder aufgenommen werden.

    Beim Thema Hygiene will der ATSV auf seine Erfahrungswerte zurückgreifen. Das Hygienekonzept aus dem Vorjahr hätte sich bewährt und wird lediglich aufgefrischt. Corona-Fälle hätte es beim ATSV bisher nicht gegeben.

    Fitness-Anbieter dürfen draußen starten

    Auch Fitness-Anbieter profitieren von den geplanten Öffnungen ab Montag. Das Regensburger Unternehmen Everfits bietet beispielsweise bundesweit Outdoor-Trainings für Gruppen an. In Regensburg selbst soll der Startschuss allerdings noch nicht fallen. Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell bei 77,7 (Stand 06.03.). "Wir würden jetzt jeden Aufwand betreiben, um endlich loslegen zu können", so eine Sprecherin von Everfits. Stabilisiert sich die Sieben-Tage-Inzidenz in Regensburg auf unter 50, sollen wieder Gruppen-Trainings stattfinden, allerdings mit maximal zehn Personen.

    Einzelhandel öffnet unter Einschränkungen

    Öffnungen gibt es auch im Niederbayerischen und Oberpfälzer Einzelhandel - wo die Sieben-Tage-Inzidenz bei über 50 liegt, gelten allerdings strenge Einschränkungen. Wer shoppen will, muss einen Termin vereinbaren. Erlaubt ist ein Kunde pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 und weniger ist ein Kunde pro zehn Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche erlaubt, pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche mehr darf noch ein weiterer Kunde ins Geschäft.

    Shoppen nur mit Termin

    Armin Gebhart ist Vorsitzender des Regensburger Kaufleute e. V. und Ladenbesitzer eines Herrenausstatters und eines Trachtengeschäfts in Regensburg. Ab Montag darf er seine Läden in Regensburg wieder öffnen - aber nur für Kundschaft, die vorher einen Termin vereinbart hat. Über die geplanten Lockerungen kann er sich nur mäßig freuen: "Das ist schön, aber wird in keiner Weise ausreichen. Wir sind angewiesen auf Laufkundschaft. Ich rechne nicht damit, dass wir viel Kundschaft haben werden. Es fehlt aktuell der Bedarf für große Feste und Veranstaltungen, wofür man sich neu einkleiden würde."

    Im Prinzip der telefonischen Terminvergabe sieht er zwar keine große Hürde. Wer bei ihm vor dem Laden steht, kann einfach anrufen und um einen Termin bitten. "Auch eine kurzfristige Terminvergabe ist möglich", so Gebhart.

    Straubinger Tiergarten befürchtet Besucherchaos

    Auch Zoos und Tiergärten in Niederbayern und der Oberpfalz dürften bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 wieder öffnen, so zum Beispiel in Straubing. Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI bei 71,1 (Stand 06.03.). Ein Besuch im Tiergarten wäre auch hier nur mit vorheriger Terminbuchung möglich. Tiergartendirektor Wolfgang Peter hält das für schwierig: "Nicht jeder Mensch schaut mehrfach täglich auf Facebook oder Twitter ins Internet wenn er nur einen kleinen Tiergartenbesuch machen will. Es ist zu erwarten, dass viele Tiergartenfreunde kommen werden, sobald der Zoo geöffnet hat, aber eben ohne Anmeldung."

    Voraussichtlich keine Öffnung am Montag

    In diesem Fall wäre der Organisationsaufwand, beispielsweise die Erhebung der Besucherdaten für das Tiergartenpersonal, nicht zu stemmen, so Direktor Wolfgang Peter. Den Tiergarten will Peter daher nur öffnen, wenn es eine Anordnung vom Bürgermeister gibt. Persönlich bevorzugt der Zoodirektor eine Öffnung erst bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von unter fünfzig. "Da wissen wir auch, dass wir das managen können."

    Kunstforum Ostdeutsche Galerie öffnet ab Dienstag

    Besser steht es da um die Öffnung von Museen und Galerien. Geöffnet werden darf auch hier ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100, so zum Beispiel das Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg. Eine Terminvereinbarung für einen Besuch in der Ausstellung ist auch hier zwingend notwendig. Ab Montag startet das Kunstforum eine Hotline für Terminvereinbarungen, am Dienstag können die ersten Besucher empfangen werden.

    Geöffnet hat das Kunstforum Ostdeutsche Galerie täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, am Donnerstag bis 20 Uhr. Zu sehen ist dort die Ausstellung über Peter Weibel, die bis 5. April verlängert wurde.

    Museum der Bayerischen Geschichte plant Öffnung

    Und auch das Museum der Bayerischen Geschichte plant seine Wiedereröffnung, allerdings frühestens übernächste Woche: "Bei einem Haus dieser Größenordnung ist eine Öffnung nicht vom einen auf den anderen Tag umsetzbar. Wir brauchen eine Woche, bis die Betriebsfähigkeit wiederhergestellt ist", so eine Sprecherin des Museums zum BR.

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