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Opernhaus im Staatstheater Nürnberg

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    Kultur-Lockdown: Bayerns Staatstheater bis 31. Januar zu

    Wegen Corona bleiben Bayerns Staatstheater über das geplante Ende des Teil-Lockdowns hinaus geschlossen: Bis Ende Januar werden alle Aufführungen gestrichen, wie Kunstminister Sibler mitteilte. Er hofft stattdessen auf Onlineangebote der Häuser.

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    Von
    • Petr Jerabek

    Der Teil-Lockdown in Deutschland soll laut Bund-Länder-Beschluss bis 10. Januar dauern - die bayerischen Staatstheater öffnen aber frühestens im Februar wieder ihre Pforten. Kunstminister Bernd Sibler (CSU) teilte in München mit, er habe gemeinsam mit den Intendanten beschlossen, wegen Corona den Veranstaltungsbetrieb bis einschließlich 31. Januar auszusetzen.

    Die Regelung gilt den Angaben zufolge für die Bayerische Staatsoper, das Bayerische Staatsschauspiel, das Staatstheater am Gärtnerplatz sowie – vorbehaltlich der Zustimmung der Stiftungsgremien – die Staatstheater Nürnberg und Augsburg. Mitte Januar soll über das weitere Vorgehen ab 1. Februar beraten werden.

    Minister: Neue Energien für Onlineangebote

    Sibler versicherte, die Entscheidung sei den Staatsintendanten und ihm selbst nicht leichtgefallen. "Uns ist bewusst, dass die Einstellung des Veranstaltungsbetriebs an den Staatstheatern sowohl für das Publikum als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schmerzlich ist", sagte der Minister. "Wir sind aber davon überzeugt, dass die Vorteile überwiegen."

    Die Staatstheater hätten nun eine deutlich bessere Planungssicherheit. "Wenn hierdurch Energien für die Produktion von Onlineangeboten frei werden, kann es auch einen spürbaren Mehrwert für das Publikum geben!"

    Das Kunstministerium verwies darauf, dass infektionsschutzrechtliche Regelungen immer nur beschränkte Geltungszeiträume hätten und daher Planungen erschwerten. Durch den jetzt gefassten Beschluss bekämen die Bühnen die Möglichkeit, ihren Spielbetrieb längerfristig zu planen.

    "Traurige" Neuigkeit

    Die Freisinger Grünen-Stadträtin Susanne Günther kritisierte auf Twitter: "Planungssicherheit im Kulturbereich sieht bei Sibler so aus: Staatstheater bis 31.01.2021 dicht." Das Gärtnerplatztheater twitterte, es sei eine "traurige News".

    Die Staatsintendanten hatten vor wenigen Wochen zusammen mit weiteren Theaterchefs in einem offenen Brief den Umgang der Staatsregierung mit den Bühnen des Landes kritisiert. Der Chef der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, betonte kurz darauf im "Münchner Merkur": "Mir kann kein Wissenschaftler und schon gar kein Politiker erklären, warum man Kirchen, Geschäfte oder öffentliche Verkehrsmittel offen hält und die Kulturinstitutionen praktisch schließt." Das sei reine Symbolpolitik und führe zur Zerstörung eines Systems.

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