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Seit 50 Jahren ist der Stabilo Boss ein Dauerbrenner in Schulen, Büros und Universitäten.

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    Kultstift: Wie ein Textmarker aus Franken zum Boss im Büro wurde

    Seit 50 Jahren ist der Stabilo Boss nicht mehr wegzudenken in Schulen, Büros und Universitäten. Erfunden hat den Kult-Textmarker Firmengründer Günter Schwanhäußer. Seither werden die Stifte in Franken produziert und weltweit vermarktet.

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    Von
    • Frank Strerath

    Vom Granulat bis zum fertigen Farbstift – alle Produktionsschritte finden nach wie vor in Weißenburg statt. Seit 50 Jahren. Der Feldzug der floureszierenden Farbe begann in Franken. Markierungen in Texten gibt es, seit die Schrift erfunden wurde. Doch erst seit 50 Jahren machen wir das mit bunter Farbe.

    Inspiriert von amerikanischen Studenten

    Bei einem Auslandsaufenthalt beobachtet Günter Schwanhäußer, damals verantwortlich für Stifte im Hause Schwan-Stabilo, wie sich Studenten eifrig Stellen in ihren Texten markieren, wichtige Passagen unterstreichen. Mit Bleistiften. "Das geht besser", dachte sich der Franke. Und machte sich daran, mit seinen Chemikern im Haus und den damals neuen, fluoreszierenden Werkstoffen eine neue Tinte zu entwickeln.

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    Der Kult-Textmarker von Schwan Stabilo wird seit 50 Jahren im Werk in Weißenburg produziert-

    Mit dem Textmarker kommt Farbe ins Büro

    Ein besonderer Stift sollte es werden. Da ist auch die Form entscheidend. Mit den kugeligen Entwürfen der Designer ist der Chef nicht zufrieden. Entnervt haut einer der Designer auf sein Knetmodell und die einprägsame Form des Stabilo Boss ist gefunden. Als flacher, breiter und handlicher Stift. So überliefert es die Firmengeschichte.

    Von Anfang an werden die Textmarker in Weißenburg produziert. Zunächst in Neongelb, bald kommen Orange, Rot und Grün dazu. Es scheint so, als hätten die Büros nur darauf gewartet, leuchtende Farbe in die tristen Dokumente zu bringen. In den 70er Jahren sind knallige Farben angesagt – da ist der Boss die ideale Wahl, nicht nur bei den Bossen in den Chefetagen.

    Fränkische Textmarker in alle Welt

    Mit dem Stabilo Boss wird die Firma aus Franken zu einem Global Player. In die ganze Welt werden die Stifte geliefert. Die Franzosen finden den Stift wohl besonders toll, dort hat sich sogar das Wort „Stabiloté“ für Markieren in den Wortschatz geschlichen, staunt Stabilo-Stifte-Chef Horst Brinkmann.

    Bis heute haben sie mehr als zwei Milliarden Bosse in Weißenburg produziert. Im Laufe der Jahre ist das Werk mehrfach modernisiert worden, sind neue Maschinen zur Produktion eingesetzt worden.

    "Ohne den Boss wäre unsere Firmengeschichte anders verlaufen." Horst Brinkmann, Stabilo-Stifte-Chef
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    Mit den Jahren ist der Stabilo Boss bunter geworden und heute in zahlreichen Farbnuancen erhältlich.

    Stolz und Verbundenheit in Weißenburg

    Die Menschen in der Region schätzen den knubbeligen Leuchtstift. Und das Werk in der Industriestraße ist für viele Familien ein verlässlicher Arbeitsplatz. "Es ist eine große Verbundenheit von den Leuten zum Boss, zu Stabilo insgesamt, man kann schon sagen, da fließt Tinte im Blut bei den Leuten, die hier arbeiten. Da arbeitet der Vater, da arbeitet die Frau, da arbeiten die Kinder zum Teil hier, machen hier dann auch die Ausbildung," schwärmt Werkleiter Thomas Hildenbrand.

    Nachhaltiger und bunter

    Teile des Stifts werden aus recyceltem Material produziert, Teile der Arbeiten an Behinderteneinrichtungen in der Region vergeben. Und der Boss ist längst nicht mehr nur grell und gelb. Pastellige Töne sind ebenfalls im Angebot. Passend zur Rennaissance der kreativen Hobbys. Auch diese Stifte finden ihr Publikum. Sogar ein Boss in Grau. Damit lassen sich in Zeichnungen besonders leicht Schatten um Objekte ziehen.

    Keine Angst vor dem digitalen Büro

    Auch nach 50 Jahren ist der Boss kein Ladenhüter. Der neongelbe Stift, der Boss der ersten Stunde, ist nach wie vor der meistverkaufte der Edition und wird nach wie vor in Weißenburg produziert. In allen Farbtönen zuletzt mehr als 100 Millionen Stück pro Jahr.

    Dazu kommen mittlerweile auch kleine handliche Mini-Bosse, die ebenfalls ihr Publikum finden. Die Franken entwickeln ihre Idee weiter, um auch in Zukunft floureszierende Farbe in die grauen Büros zu bringen.

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