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Künstliche Befruchtung: Landtag für finanzielle Unterstützung | BR24

© BR/Eva Eichmann

Ab dem kommenden Jahr wird der Freistaat für ungewollt kinderlose Paare einen Teil der Kosten für künstliche Befruchtung übernehmen. Ein entsprechender Antag von FDP, CSU und Freien Wählern stieß im Landtag auf die Zustimmung aller Fraktionen.

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Künstliche Befruchtung: Landtag für finanzielle Unterstützung

Ab dem kommenden Jahr wird der Freistaat für ungewollt kinderlose Paare einen Teil der Kosten für künstliche Befruchtung übernehmen. Ein entsprechender Antag von FDP, CSU und Freien Wählern stieß im Landtag auf die Zustimmung aller Fraktionen.

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Ab dem Jahr 2020 können ungewollt kinderlose Paare in Bayern mit einem staatlichen Zuschuss für die Kosten künstlicher Befruchtung rechnen. Ein entsprechender Antrag von FDP, CSU und Freien Wählern stieß am Mittwoch auf die Unterstützung aller Fraktionen. Familienministerin Kerstin Schreyer (CSU) erklärte, sie wolle verhindern, dass Paare mit Kinderwunsch zu Bittstellern werden. "Was wir als Freistaat tun können, das werden wir tun", sagte Schreyer.

Bundesweite Hilfe bei künstlicher Befruchtung seit sieben Jahren

Bereits seit gut sieben Jahren gibt es ein solches Förderprogramm auf Bundesebene. Davon profitieren Familien in Bayern bisher aber nicht, weil der Bund seinen Zuschuss an eine gleichzeitige Beteiligung des jeweiligen Bundeslands koppelt. Im Antrag ist von 5,8 Millionen Euro jährlicher Kosten für den Freistaat die Rede.

Während SPD und Grüne keine Bedingungen für ihre Zustimmung nannten, betonte der AfD-Abgeordnete Roland Magerl, dass aus Sicht seiner Fraktion nur "traditionelle" Familien aus Mann und Frau die geplanten Zuschüsse erhalten sollten.

Genaue Umsetzung in Bayern noch offen

Auch für das Geld vom Bund gelten bisher recht strenge Kriterien. Nur verheiratete, heterosexuelle Paare bekommen die komplette Förderung. Unverheiratete, heterosexuelle Paare werden in geringerem Umfang unterstützt. Homosexuelle Paare bekommen gar nichts. Wie genau das künftig in Bayern aussehen wird, muss noch geklärt werden.

Künstliche Befruchtung kostet pro Versuch Geld - bis zu mehrere tausend Euro, abhängig von der gewählten Methode. Aktuell übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen mindestens die Hälfte dieser Kosten - bei verheirateten Paaren in einem bestimmten Alter. Von den verbleibenden Kosten übernimmt der Bund bei den ersten drei oder vier Versuchen 25 Prozent - allerdings eben nur, wenn das jeweilige Bundesland ebenfalls 25 Prozent übernimmt.

Die bayerische Initiative geht auf FDP-Fraktionschef Martin Hagen zurück. Auch er und seine Frau konnten jahrelang keine eigenen Kinder kriegen, dank Reproduktionsmedizin sind sie inzwischen Eltern. Nach aktuellen Statistiken bleiben mehr als sechs Millionen Deutsche ungewollt kinderlos. Für Bayern rechnen die Parlamentarier durch die Förderung künftig mit jährlich bis zu 1000 zusätzlichen Geburten von künstlich gezeugten Kindern.