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Künstliche Befruchtung: Bayern will Kosten teils übernehmen | BR24

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Künstliche Befruchtung nach der ICSI-Methode, aufgenommen im Mai 2010 in einer Düsseldorfer Privatklinik.

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    Künstliche Befruchtung: Bayern will Kosten teils übernehmen

    Kinderwunsch-Behandlungen sind teuer. Die Krankenkassen übernehmen meist die Hälfte der Kosten - und bald dürfte auch der Freistaat einen Teil beisteuern. Das hat nicht zuletzt mit der Biografie von FDP-Fraktionschef Martin Hagen zu tun.

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    Viele Paare mit unerfülltem Kinderwunsch setzen ihre Hoffnungen in künstliche Befruchtung. Das kostet pro Versuch Geld - von einigen hundert bis zu über tausend Euro, abhängig von der gewählten Methode. Aktuell übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen mindestens die Hälfte dieser Kosten - bei verheirateten Paaren in einem bestimmten Alter. Die verbleibende Summe müssen die betroffenen Paare in Bayern bisher selbst zahlen. Künftig will sich aber auch der Freistaat beteiligen.

    Der Bund zahlt nur, wenn das Bundesland zahlt

    Die Grundlagen für staatliche Zuschüsse bei Kinderwunsch-Behandlungen sind etwas kompliziert. Von den bei den verheirateten Paaren verbleibenden Kosten übernimmt schon heute der Bund bei den ersten drei oder vier Versuchen 25 Prozent - allerdings nur, wenn das jeweilige Bundesland ebenfalls 25 Prozent übernimmt. Anders als in einigen anderen Bundesländern war das in Bayern bisher nicht der Fall. Das dürfte sich nun aber ändern.

    Eine Kinderwunschbehandlung könnte zukünftig die Hälfte kosten

    Eine gängige Methode der künstlichen Befruchtung ist die In-Vitro-Fertilisation (IVF), oft auch "Befruchtung im Reagenzglas“"genannt. Diese kostet pro Versuch in der Regel 3.000 Euro. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt davon die Hälfte. Die restlichen 1.500 Euro müssen in Bayern bisher vom Paar selbst getragen werden. Zukünftig könnten sich diese Eigenkosten aber noch einmal halbieren, wenn das Bundesland und der Bund jeweils ein Viertel übernehmen. Das Paar würde dann am Ende also nur noch 750 Euro zahlen.

    Initiative von FDP-Fraktionschef Hagen

    Die entsprechende Initiative geht dabei ausgerechnet auf die kleinste Oppositionspartei zurück - die FDP. Deren Fraktionschef Martin Hagen hat unlängst seine eigene Kinderwunsch-Geschichte veröffentlicht. Hagen und seine Frau waren - wie Schätzungen zufolge jedes zehnte Paar mit Kinderwunsch in Deutschland - auf sogenannte reproduktionsmedizinische Unterstützung angewiesen. Er und seine Frau hätten knapp 40.000 Euro investiert, wie Hagen dem Bayerischen Rundfunk erklärt. Mit seiner Initiative konnte Hagen die Staatsregierung aus CSU und Freien Wählern schließlich überzeugen. Der gemeinsame Antrag der drei Fraktionen für eine Kostenbeteiligung des Freistaats an Kinderwunsch-Behandlungen wurde Ende Oktober im Gesundheitsausschuss des Landtags besprochen und erwartungsgemäß angenommen. Demnächst dürfte der entsprechende Gesetzentwurf dann im Landtag beraten werden - auch hier gilt eine Zustimmung als sicher.

    1000 Kinder mehr pro Jahr?

    Schon in einigen Monaten könnte die bayerische Kostenbeteiligung an Kinderwunsch-Behandlungen dann Realität sein. FDP, CSU und Freie Wähler gehen von jährlichen Kosten von rund 5,8 Millionen Euro aus. Das aber ist nur die eine Rechnung. "Wir gehen davon aus, dass so ein Gesetz dazu führen würde, dass 1000 Kinder pro Jahr zusätzlich das Licht der Welt erblicken", sagte FDP-Fraktionschef Hagen vor der Ausschuss-Sitzung. Er betonte auch, dass die hohen Behandlungskosten in Bayern künftig kein Grund mehr für einen unerfüllten Kinderwunsch sein sollten.

    Förderung nur für verheiratete, heterosexuelle Paare

    Die komplette Förderung soll es nur für verheiratete, heterosexuelle Paare geben. Unverheiratete, heterosexuelle Paare sollen eine geringere finanzielle Unterstützung bekommen. Homosexuelle Paare sind von der geplanten Förderung bisher ausgeschlossen.