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    Künstler zu SBW-Fall: Wir haben Erbachshof rechtmäßig gekauft

    Im Zusammenhang mit dem Verdacht der Untreue gegen Verantwortliche des kirchlichen Bauträgers SBW in Würzburg hat ein Künstler-Paar Vorwürfe zurückgewiesen, ihr Kauf des Erbachshofs in Eisingen sei nicht rechtmäßig abgewickelt worden.

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    Der Erbachshof in Eisigen ist ein stattliches Anwesen, in dem die Künstler ihr Atelier und eine Ausstellungsfläche haben. "Es ist alles korrekt gelaufen", betonten sie im Gespräch mit dem BR. Man habe einen notariell beglaubigten Vertrag geschlossen, der Eigentumswechsel sei ins Grundbuch eingetragen worden. Mehr wolle er mit Blick auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht sagen, erklärte der Künstler, der explizit ohne Namen zitiert werden möchte.


    Verkauf des Erbachshofs umstritten

    Mit ihrer Stellungnahme reagierten die Künstler auf Berichte der "Main-Post", wonach die Diözese Würzburg wegen des Verkaufs des Erbachshofs im Oktober 2016 durch die SBW an das Künstlerpaar Strafanzeige wegen Untreue gestellt hatte. Laut Zeitungsbericht soll das Künstlerpaar auch nicht den vollen Kaufpreis von rund 1,3 Millionen Euro sofort bezahlt haben, sondern die SBW habe 400.000 Euro zinslos bis 2021 gestundet. Außerdem soll sich der frühere SBW-Geschäftsführer in seinem Amt als Leiter des Liegenschaftsamtes im Ordinariat für den Ankauf von Kunstwerken der beiden Erbachshof-Besitzer eingesetzt haben. Ob dies zu überhöhten Preisen geschehen ist, sei Teil der Ermittlungen.


    Führung der SBW Bauträger-Gesellschaft ausgetauscht

    Dem Zeitungsbericht zufolge richtet sich die Strafanzeige gegen den ehemaligen Geschäftsführer der SBW und gegebenenfalls weitere Verantwortliche. Der Würzburger GeneralvikarThomas Keßler hatte den frühreren Geschäftsführer der SBW von seinem Amt entbunden und außerdem den Aufsichtsrat der SBW aufgelöst. Dem Aufsichtsrat gehörten unter anderen auch die beiden früheren bischöflichen Finanzdirektoren Adolf Bauer und Albrecht Siedler sowie der ehemalige Kunst- und Baureferent der Diözese, Jürgen Lenssen, an. Der Aufsichtsrat musste solche Geschäfte eigentlich genehmigen. Ob dies im Fall der Erbachshofs geschehen ist, ist offenbar umstritten.

    Sowohl das Bistum, der Verteidiger des ehemaligen Geschäftsführers als auch die früheren Aufsichtsräte wollen sich derzeit mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.