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Kündigungen zurückgenommen – Traditionsunternehmen gerettet | BR24

© Katrin Küx BR

Kündigungen zurückgenommen – Traditionsunternehmen gerettet

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Kündigungen zurückgenommen – Traditionsunternehmen gerettet

Der Klingenberger Keramikhersteller Dekoramik steht vor einer Umstrukturierung. Bei einer Betriebsversammlung stellte der neue Geschäftsführer Matthias Herrmann die Neuausrichtung des Traditionsunternehmens vor. Kündigungen werde es nicht geben.

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Die Kündigungen sind zurückgenommen worden. Insgesamt sind gut 100 Mitarbeiter am Standort beschäftigt. vergangene Woche wurde bekannt, dass die Roy Ceramics SE (Frankfurt) Dekoramik für einen symbolischen Kaufpreis von einem Euro von der italienischen Ricchetti-Gruppe übernommen hat.

Neuer Geschäftsführer versucht, die Belegschaft zu beruhigen

Bei der Betriebsversammlung versprach der neue Geschäftsführer Matthias Herrmann: "Die Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Wir wollen auch ausbauen. Ursprünglich sind wir ja ein Sanitärkeramikhersteller. Langfristig planen wir die Produktion von smart toilets – hochwertige Toiletten mit besonderen Komfort Funktionen und das werden wir ausbauen und da werden wir auch schauen, wie wir die Dekoramik mit einbeziehen!" der Betriebsratsvorsitzende Stefan Repp. Der Betriebsratsvorsitzende Stefan Repp zeigte sich erleichtert: "Das ist die erste Betriebsversammlung, die positiv endet! Es ist toll, dass die Maschinen nicht still stehen zum 31. Juli, sondern dass es weiter geht. Wir sind eine tolle große Familie hier!"

Unternehmensleitung setzt auf Exporte nach China und in die USA

"Wir sind keine Heuschrecke – wir wollen die Dekoramik nicht aufhübschen und dann möglichst profitabel verkaufen!", so der neue Geschäftsführer Matthias Herrmann bei der Betriebsversammlung. Er betonte, dass es noch Hausaufgaben zu erledigen gebe, etwa den Vertrieb zu stärken. Herrmann sagte im BR-Gespräch: "Wir möchten nicht den Status quo erhalten, denn das funktioniert nicht – das Unternehmen hat die letzten drei Jahre Verluste eingefahren. Wir sind als Immobilieninvestor in den USA aktiv. Wir werden die Dekoramik als Lieferant für unsere Projekte in den USA nutzen. Gleichzeitig sind es nicht nur die USA, sondern auch China. Als ursprünglich chinesisches Unternehmen hat die ROY entsprechende Kontakte in China und die werden wir auch nutzen!"

Verbindlichkeiten sollen übernommen werden

Herrmann zufolge plant die Die Roy Ceramics SE, 1,7 Millionen Euro zu investieren. Die Gelder sollen in die Rückzahlung von Schulden sowohl in den laufenden Betrieb investiert werden. Außerdem beabsichtige Roy, mit dem früheren Eigentümer - der Ricchetti-Gruppe – zu kooperieren.

„Durch den Kauf der Klingenberg Dekoramik GmbH wollen wir unsere Tätigkeiten im Geschäftsbereich Keramik reaktivieren.“ Geschäftsführer Matthias Herrmann

Weitere Schritte wird er bei der Betriebsversammlung vorstellen. Nachdem sich Roy aus der Sanitärkeramik-Produktion in China zurückgezogen hat, plant das Unternehmen, eine Produktion in Europa aufzubauen. Die Übernahme der Dekoramik spiele dabei eine wesentliche Rolle. Neben dem Geschäftsbereich Sanitärkeramik ist Roy als Projektentwickler im Immobiliengeschäft aktiv, vorwiegend in den USA.

Spezialgebiet Bodenfliesen

Dekoramik blickt auf eine lange Firmengeschichte am Untermain zurück, wurde 1899 unter der Firmenbezeichnung „Albertwerke“ (Thonindustrie AG) gegründet. Sie ist eigenen Angaben zufolge einer der führenden deutschen Hersteller von unglasierten keramischen Bodenfliesen und wurde 1995 vom italienischen Konzern Ricchetti übernommen. 70 Prozent der Fliesen werden auf dem deutschen Markt vertrieben, 30 Prozent der Produktion wird weltweit in Exportmärkten abgesetzt.

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