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Kronach wird in den letzten Kriegstagen zerstört | BR24

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Am 8. Mai vor 75 Jahren endet der Zweite Weltkrieg. Vorher durchlebt auch Franken schicksalhafte Wochen. Mitte April 1945 soll Kronach eigentlich friedlich übergeben werden. Der Kreisleiter der Stadt stellt sich dagegen.

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Kronach wird in den letzten Kriegstagen zerstört

Am 8. Mai vor 75 Jahren endet der 2. Weltkrieg. Vorher durchlebt auch Franken schicksalhafte Wochen. Mitte April 1945 soll Kronach friedlich übergeben werden. Der Kreisleiter der Stadt stellt sich dagegen – mit verheerenden Folgen für die Stadt.

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Von
  • Ferdinand Seiter

Bis zum 12. April 1945 hat Kronach den Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört überstanden. An diesem Tag soll die Stadt eigentlich friedlich übergeben werden, die amerikanischen Truppen rücken im nordöstlichen Oberfranken immer weiter vor. Der Kronacher Kreisleiter verhindert die Kapitulation jedoch.

"Die geforderten weißen Fahnen durften nicht rausgehängt werden und auch die Panzersperren wurden nicht beseitigt, soweit sie noch vorhanden waren." Hermann Wich, Stadtarchiv Kronach

Daraufhin beginnen die Amerikaner damit, Kronach zu beschießen. Von 8.00 Uhr bis in den Mittag hinein feuern sie Spreng- und Brandmunition auf die Häuser. Kronach liegt in Schutt und Asche.

Unaufhaltsam in Richtung Süden

Bereits am Nachmittag haben die US-Truppen 53 deutsche Soldaten und Volkssturmmänner in Kronach entwaffnet und gefangen genommen. Die Amerikaner halten sich nicht lange mit Aufräumarbeiten auf und ziehen weiter Richtung Süden. Über Marktzeuln (Lkr. Lichtenfels) rücken die Alliierten über den Main nach Lichtenfels vor. Die von der Wehrmacht gesprengte Mainbrücke hält die US-Armee nicht im Geringsten auf.

Eine Spur der Verwüstung

Die alliierten Truppen hinterlassen bei ihrem Vormarsch vielerorts eine Spur der Verwüstung. Gerhard Schmidt ist zehn Jahre alt, als die Amerikaner in Lichtenfels ankommen.

"Als dann die amerikanische Besatzung einrückte (…) wurden wir auf die Seite geräumt, also in ein Nebenzimmer (…). Dann hörten wir eine Zeit lang unsere Mutter immer nur schreien. (…) Man konnte sich auch nichts zusammenreimen. Man hatte nur das Gefühl, dass unserer Mutter eben Leid angetan wurde." Gerhard Schmidt, Zeitzeuge

Bereits elf Tage zuvor haben die Amerikaner Zapfendorf (Lkr. Bamberg) dem Erdboden gleichgemacht. Während die Bevölkerung ihre zerstörten Dörfer wieder aufbaut, setzt die US-Armee ihren Eroberungszug den Obermain entlang unbeirrt fort.