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Manche Menschen, die ihre Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben, möchten keine Zweitimpfung mit dem Vakzin. Der Landkreis Kronach bietet eine Lösung an, die auf eine dritte Impfung hinauslaufen könnte.

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Kronach: Arzt verteidigt dritte Impfung bei Impfstoffwechsel

Im Kronacher Impfzentrum setzt man bei Misch-Impfungen weiter auf drei statt zwei Impfungen. Dabei sieht die Ständige Impfkommission eine dritte Impfung gar nicht vor. In Kronach verweist man aber auf die Beipackzettel der Hersteller.

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Von
  • Richard Padberg
  • BR24 Redaktion

Das Impfzentrum Kronach vergibt vorsorglich einen zusätzlichen Impftermin für Personen, die eine zweite Impfung mit dem Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca ablehnen und stattdessen mit einem Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer oder Moderna geimpft werden wollen.

Arzt: Hersteller schreiben zwei Impfungen mit ihrem Impfstoff vor

Zur Begründung sagte Hubertus Franz, der ärztliche Leiter des Impfzentrums, dem BR, dass man sich damit an die Vorgaben der jeweiligen Impfstoff-Hersteller halte. Sowohl Astrazeneca, als auch Biontech/Pfizer und Moderna schreiben demnach in den entsprechenden Packungsbeilagen vor, dass die Impfserie mit zwei Impfungen des gleichen Impfstoffs zu erfolgen habe, um sie zu einem Abschluss zu bringen. Es gebe momentan keine belastbare Datenlage, die belege, dass eine Misch-Impfung bereits nach zwei Impfungen einen ausreichenden Schutz biete. Erkenntnisse darüber seien erst im Herbst zu erwarten.

Impfzentrum Kronach: Impflinge sollen sicher geimpft sein

Bis dahin wolle er für die Impflinge in Kronach, dass diese entsprechend sicher aufgestellt seien, so Hubertus Franz weiter. Die Gefahr, dass durch mögliche dritte Impfungen der Impfstoff für Erstimpfungen fehle, sieht Franz nicht. Die Politik habe versprochen, dass im Juni mehr Impfstoff zur Verfügung stehe.

Stiko sieht eine dritte Impfung nicht vor

In den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) heißt es, dass Personen unter 60 Jahren, die eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, nur eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten sollen. Eine dritte Impfung wird nicht erwähnt.

Kronach: Drei Impfungen, bis Zulassung geändert ist

Das Impfzentrum Kronach habe Fragen zu Folgeimpfungen an die Regierung von Oberfranken gestellt und warte auf Antworten. Sollte das Gesundheitsministerium eine dritte Impfung ablehnen, müssten die Fachinformation und die Zulassungen der Impfstoffe entsprechend geändert werden, so Franz. Der Ärztliche Leiter des Kronacher Impfzentrums sagt, er werde solange eine dritte Impfung empfehlen und auch verabreichen, bis die Zulassungsvoraussetzungen geändert seien.

90 Prozent fordern Astrazeneca auch bei zweiter Impfung

Die Nachfrage nach Astrazeneca sei in Kronach sehr hoch. 90 Prozent der Personen, die eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, wollten diesen Impfstoff auch für die zweite Impfung. Eine Stellungnahme des Bayerischen Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage des BR steht noch aus.

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Das Impfzentrum Kronach vergibt einen dritten Impftermin für Personen, die eine zweite Impfung mit dem Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca ablehnen. Hubertus Franz, der ärztliche Leiter des Impfzentrums, erklärt warum.

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