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Krötenwanderung: Helfer gesucht! | BR24

© BR/Julia Haas

Zurzeit wandern wieder viele Amphibien in ihre Laichgewässer. Weil auf ihrem Weg oft eine Autostraße liegt, enden viele von ihnen unter Autoreifen. Es gibt aber zu wenig Ehrenamtliche, die sie in diesen Tagen im Eimer über die Straße tragen.

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Krötenwanderung: Helfer gesucht!

Zurzeit wandern wieder viele Kröten in ihre Laichgewässer. Weil auf ihrem Weg oft eine Straße liegt, enden viele von ihnen unter Autoreifen. Es gibt aber zu wenig Ehrenamtliche, die die Amphibien in diesen Tagen im Eimer über die Straße tragen.

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Die Wanderung der Frösche, Molche und Kröten ist in vollem Gang. Doch wer sammelt die Tiere an den Krötenzäunen ein und hilft ihnen über die Straße? Es gibt zu wenig Freiwillige, sagen Umweltverbände.

Mitte April wandern die letzten Amphibien

Susanne Vedova und Christina Aschenbrenner aus dem Dachauer Land sind schon seit Jahren als Krötensammlerinnen unterwegs. Heuer kontrollieren sie die Eimer hinter dem Krötenzaun bei Ebersried, in der Nähe von Odelzhausen. Der Zaun liegt an einer Kurve der Landstraße. Ununterbrochen rauschen Autos vorbei. Deshalb tragen Susanne und Elisabeth neongelbe Warnwesten. Nicht jeden Tag ist was im Eimer: Die Amphibien wandern am liebsten, wenn es nicht zu kalt ist und es geregnet hat. Mitte April machen sich aber auch die letzten auf den Weg.

Mehr Helfer durch Volksbegehren

Susanne Vedova ist Vorsitzende der Ortsgruppe des Bund Naturschutz in Odelzhausen. Dieses Jahr hat sie wieder mehr Helfer für ihre Zäune. Sie glaubt, das liegt am Volksbegehren:

"Das Bewusstsein für Umweltfragen ist gewachsen, die Aufmerksamkeit ist größer. Da haben wir auf jeden Fall profitiert." Susanne Vedova, Bund Naturschutz Odelzhausen

Wer helfen will, muss nicht einmal Mitglied beim Bund Naturschutz sein. Trotzdem sah es letztes Jahr noch ganz anders aus. Da musste Susanne Vedova sehr viele Zäune selbst übernehmen. Der Bund Naturschutz in München wünscht sich, dass sich die Arbeit auf mehr Schultern verteilt.

"Es gibt meist einen harten Kern von Leuten, die dann die halbe Nacht unterwegs sind und sehr viele Stunden investieren." Christine Margraf, Bund Naturschutz München

Vor der Arbeit Kröten sammeln

Gerade für Kinder sei das Sammeln ein Erlebnis. In Bayern gibt es einige Projekte mit Schulklassen. Der Bund Naturschutz kümmert sich schon seit Jahren aktiv um den Nachwuchs. Das muss er auch, denn viele der Aktiven sind jetzt schon höheren Alters und viele von ihnen haben sich laut Margraf in den letzten Jahren zurückgezogen - Tendenz steigend. Vor der Arbeit morgens noch Kröten sammeln, das ist bei Familien und Berufstätigen aber oft schwierig.

Hilfe für Kröten auch in Wohngebieten nötig

Doch auch zuhause kann man etwas für den Amphibienschutz tun: Wenn die Tiere durch Siedlungen müssen, wandern sie meist an Hauswänden entlang. Hausbesitzer sollten verhindern, dass sie in Lichtschächte falle, deshalb sollte man ihnen einen Zweig in flachem Winkel in den Kellerschacht legen, damit die Kröten daran hochklettern können, empfiehlt Christine Margraf vom Bund Naturschutz. Kröten auf der Kellertreppe muss man gegebenenfalls zum nächsten Gewässer tragen, weil gerade Neubaugebiete die alten Wanderrouten der Amphibien durcheinanderbringen.

Bayern retten jedes Jahr 700.000 Amphibien

In ganz Bayern retten ehrenamtliche Helfer im Jahr etwa 700.000 Tiere. Ein Tropfen auf dem heißen Stein, so Christina Aschenbrenner, wenn man es global sehe, den Umweltschutz betreffend. Für sie ist es trotzdem ein Gewinn:

"Ich weiß, dass fünf mehr überleben und das freut mich." Christina Aschenbrenner, Krötensammlerin