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Kritik von Gesundheitspersonal: XXL-Quarantäne wegen PCR-Tests | BR24

© Kritik von Personen im Gesundheitswesen wird laut: Teils wochenlang verbringen sie in häuslicher Corona-Quarantäne. Gründe dafür sind ihre Berufswahl und sogenannte PCR-Tests.

PCR Tests Straubinger Arzt

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Kritik von Gesundheitspersonal: XXL-Quarantäne wegen PCR-Tests

Im Zuge der Coronakrise wird die Kritik von Personen im Gesundheitswesen lauter: Teils wochenlang verbringen sie in häuslicher Corona-Quarantäne. Gründe dafür sind ihre Berufswahl und sogenannte PCR-Tests.

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Wochenlang zuhause, kein Kontakt zu anderen Personen, Langeweile und teilweise Depressionen. Das sind die Folgen für viele Beschäftigte im Gesundheitswesen, die wegen einer Corona-Infektion lange in Quarantäne geschickt werden. Ein Arzt und zwei Krankenschwestern haben sich an den Bayerischen Rundfunk gewendet. Sie berichten von bis zu sechs Wochen Quarantäne zuhause. Eine Zumutung für sie, wie sie sagen.

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Mehrere Tests vor Entwarnung

Der Grund für die lange Isolierung: Ärzte und Pflegekräfte müssen nach zwei Wochen Quarantäne und 48 Stunden ohne Symptome nochmals einen Test, den sogenannten PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion-Test) machen, bevor sie wieder arbeiten dürfen. Erst wenn dieser negativ ausfällt, dürfen sie zurück in ihren Dienst.

Automatische Verlängerung der Quarantäne

Die Kritik der Personen aus dem Gesundheitswesen: Das Straubinger Gesundheitsamt verlängert automatisch mit den positiven PCR-Tests die häusliche Quarantäne. In München beispielsweise wird anders verfahren. Dort darf das Gesundheitspersonal zwar mit einem positiven PCR-Test noch nicht arbeiten, aber die häusliche Quarantäne verlassen - ein Flickenteppich in Bayern. RKI-Richtlinien lassen einen Interpretationsspielraum offen und werden teils verschieden ausgelegt.

Schwere Symptome durch Quarantäne

Einem Arzt und zwei Pflegefachkräfte aus dem Straubinger Krankenhaus erging es in der sechswöchigen Quarantäne sehr schlecht - eine Zumutung, wie sie finden. Herzrasen, Unruhe und eine depressive Stimmung sind nur einige Symptome.

Das Gesundheitsamt wollte sich auf BR-Anfrage nicht dazu äußern, warum das Pflegepersonal nach zweiwöchiger Quarantäne und nach zwei symptomfreien Tagen ihre Wohnungen nicht verlassen dürfen.

Straubing war Corona-Hotspot

Der Sprecher des Landratsamtes Straubing-Bogen sagte zum strengen Vorgehen aus dem Gesundheitswesen: "Es kann durchaus sein, dass es keine Infektiosität mehr gibt nach zwei Wochen, es kann aber genau so gut sein, dass es eine Infektiosität gibt. Es ist nicht abschließend bewertet. Man sollte auch noch erwähnen, dass das Gebiet Straubing ein 'Hotspot' war. Mich würde sehr interessieren, wie es die Öffentlichkeit gesehen hätte, wenn man mitten in einer Corona-Hochphase jemanden aus der Quarantäne entlässt, obwohl nicht sicher ist, ob er noch infektiös ist".

Mittlerweile darf der Arzt nach seiner Quarantäne-Zeit wieder seiner Arbeit nachgehen.

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