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Kritik an Ermittlungen zum Tod einer Erntehelferin in Mamming | BR24

© pa/dpa/Patrick Pleul

Symbolbild Erntehelfer

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    Kritik an Ermittlungen zum Tod einer Erntehelferin in Mamming

    Der Tod einer Erntehelferin im Sommer 2018 in Niederbayern lässt dem SPD-Landtagsabgeordneten Florian von Brunn keine Ruhe. Er wirft jetzt den Ermittlern Versäumnisse vor; sie hätten keine Erntehelfer, sondern hauptsächlich Hof-Mitarbeiter befragt.

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    Von
    • Katharina Häringer

    Der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn kritisiert das Vorgehen der Polizei im Todesfall einer Erntehelferin eines Mamminger Gemüsehofs. Der Grund: Die Polizisten haben im Zuge ihrer Ermittlungen keine Erntehelfer, sondern hauptsächlich Hof-Mitarbeiter befragt. Das geht laut von Brunn aus den Antworten hervor, die er auf seine parlamentarische Anfrage bekommen hatte.

    Staatsanwaltschaft: keine Hinweise auf unterlassene Hilfeleistung

    Die ungarische Erntehelferin starb im Sommer 2018 in einem Krankenhaus, nachdem sie auf dem Feld über Schmerzen geklagt hatte. Ein Dritter erstattete gegen den Betriebsinhaber und dessen Ehefrau Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung. Der Vorwurf: Der Erntehelferin soll zu spät geholfen worden sein. Laut Staatsanwaltschaft ist die Erntehelferin an einer Erkrankung am Herzen gestorben. Sie meldete ihre Beschwerden demnach einem Vorarbeiter, der sie ins Krankenhaus brachte. Auf dem Weg verschlechterte sich laut Staatsanwaltschaft der Gesundheitszustand drastisch. Wiederbelebungsversuche im Krankenhaus blieben ohne Erfolg.

    Frau starb an Herzerkrankung

    Die Staatsanwaltschaft sah keine Anhaltspunkte für den Vorwurf und verwies auf die Zeugenbefragung eines Vorarbeiters und des Sohnes des Betriebsinhabers. Diese habe ergeben, dass die Frau erst über Schmerzen klagte, als sie bereits auf dem Feld im Einsatz war. Zuvor habe es keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass es der Erntehelferin schlecht gehe.

    Vorwurf: nur Hofmitarbeiter befragt, aber keine Erntehelfer

    Florian von Brunn sagt dazu auf BR-Anfrage: "Das geht gar nicht. Es wurden - bis auf den Rettungsassistenten - nur Zeugen befragt, die ein Interesse haben könnten, dass der Fall nicht weiter verfolgt wird. Man hat die Menschen nicht befragt, die die Situation der Frau gut kannten, und die in der gleichen Abhängigkeitssituation waren. Ich halte das für einen schweren Ermittlungsfehler." Er bespreche sich gerade mit einem Juristen. "Eine Möglichkeit, die ich in Erwägung ziehe, ist eine Dienstaufsichtsbeschwerde", schreibt er.

    SPD Politiker spricht von "schwerem Ermittlungsfehler"

    Der Gemüsebetrieb geriet im vergangenen Sommer erneut in die Schlagzeilen. Die damalige bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) kritisierte den landwirtschaftlichen Betrieb öffentlich, weil sich knapp 200 Erntehelferinnen und Erntehelfer mit dem Coronavirus infiziert hatten.

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