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Krise in der Luftfahrt: Spitzentreffen bei Premium Aerotec | BR24

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Schwierige Zeiten für Premium Aerotec

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Krise in der Luftfahrt: Spitzentreffen bei Premium Aerotec

Mit Spannung erwartet wird heute ein Spitzentreffen bei Premium Aerotec in Augsburg. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Arbeitsministerin Carolina Trautner wollen mit der Geschäftsführung ausloten, welche Chancen es für die Mitarbeiter gibt.

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Von
  • Barbara Leinfelder
  • Susanne Hofmann

Die Krise in der Luftfahrt und die angekündigten Stellenstreichungen bei Airbus rufen zwei bayerische Minister auf den Plan: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Arbeitsministerin Carolina Trautner (CSU) kommen am Nachmittag zu Besuch bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec in Augsburg. Geplant ist ein Spitzentreffen mit Thomas Ehm, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von Premium Aerotec. Zusammen will man ausloten, welche Chancen es für die Mitarbeiter gibt. Zuvor wollen die Beschäftigten noch einmal mit einer Protestaktion gegen die angekündigten Kürzungen protestieren.

Zu wenig Auslastung für 1.000 Mitarbeiter

Airbus zufolge gibt es für rund 1.000 Arbeitsplätze bei Premium Aerotec in Augsburg zu wenig Auslastung, daher sollen viele Stellen gestrichen werden. Die Gewerkschaft IG Metall will Streichungen in dieser Anzahl nicht mittragen. Sie appelliert zudem an die Politik, die Schlüsselindustrie Flugzeugbau in Deutschland zu erhalten.

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Bildrechte: BR/Barbara Leinfelder

Michael Leppek von der Gewerkschaft IG Metall macht sich für den Erhalt der Arbeitsplätze in Augsburg stark.

Wichtiger Arbeitgeber der Region 

Beim heutigen Krisengespräch soll geklärt werden, wie viele Jobs in Augsburg erhalten werden können, sagte Arbeitsministerin Carolina Trautner vorab dem Bayerischen Rundfunk: „Wir müssen mit vereinten Kräften dafür sorgen, dass für möglichst viele die Beschäftigung gesichert wird und dass für die, deren Arbeitsplätze wir nicht retten können, geeignete und sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Der Wirtschaftsstandort Augsburg ist für ganz Bayern von großer Bedeutung.“

Aiwanger kündigt Unterstützung an 

Minister Aiwanger sagte dem BR auf Anfrage, für die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter und Familien brauche es rasch Zukunftsperspektiven. Vor allem das Unternehmen stehe "in der Pflicht, sozialverträgliche Lösungen anzubieten". Aiwanger sagte dabei seine Hilfe zu: "Die Staatsregierung wird ihre Instrumente nutzen, um die Region Augsburg zu unterstützen."

Luftfahrt hat Spitzenbedeutung für Schwaben

Rückendeckung gibt es von der Industrie- und Handelskammer: Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben stellt heraus, wie wichtig die Luft- und Raumfahrt in Bayerisch-Schwaben ist. Im Vergleich zu anderen Branchen nämlich ist laut Lucassen der Beschäftigungsanteil der Luft- und Raumfahrtindustrie Bayerisch-Schwabens herausragend: „Über 15.000 Menschen finden in der Luft- und Raumfahrt Arbeit. Das ist im Verhältnis zu anderen Branchen absolut bemerkenswert.“

Qualität weltweit anerkannt

Der Produktionsstandort Bayerisch-Schwaben stehe für Spitzentechnologie und höchste Qualität; in der Luft- und Raumfahrt habe sich die regionale Wirtschaft – auch dank bestens ausgebildeter Fachkräfte – eine weltweit anerkannte Spitzenposition erarbeitet. "Diese regionale Kompetenz jetzt zu sichern und gezielt Innovationen voranzutreiben, ist die richtige Antwort auf die Krise“, so Marc Lucassen.

 Know-How in der Region erhalten

Wirtschaft, Wissenschaft und Politik müssten auf diese Herausforderungen reagieren: "Zum einen durch die Förderung umweltfreundlicher Technologien und zum anderen durch Maßnahmen zur Sicherung der Arbeitsplätze und damit des Know-hows in der Region". Letzteres sei unter anderem durch eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes auf zwei Jahre möglich. Ansatzpunkte für einen technologischen Wandel würden sich laut IHK-Experten in dem von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Konjunkturpaket finden, etwa eine Umstellung der Flugzeugflotten auf CO2-ärmere Flugzeuge.