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Kripo ermittelt wegen Cyber-Mobbing an Nördlinger Realschule | BR24

© BR/Judith Zacher

Die Kriminalpolizei Dillingen ermittelt an der Nördlinger Realschule Maria Stern wegen Cyber-Mobbing. Mehrere Schüler hatten von Unbekannten Drohungen und E-Mails mit pornographischen Links bekommen.

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Kripo ermittelt wegen Cyber-Mobbing an Nördlinger Realschule

Links zu pornographischen Seiten und Drohungen gegen Schüler – an der Nördlinger Realschule Maria Stern gibt es laut Schulleiter Thomas Möckel Fälle von Cyber-Mobbing. Die Kriminalpolizei ermittelt nun auch wegen Betrugs.

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Von sehr gravierenden Fällen von Cyber-Mobbing spricht Thomas Möckel, der Schulleiter der Nördlinger Realschule Maria Stern. Die Kriminalpolizei Dillingen ermittelt dort wegen des Verdachts auf Betrug in mehreren Fällen und sexuellen Missbrauchs von Kindern mittels pornographischer Inhalte.

Täter nutzten für Mails die Domain der Schule

Laut dem Dillinger Kripo-Chef Michael Lechner sind fünf Mädchen und Jungen einer achten Klasse betroffen. Unbekannte haben unter anderem mit deren Schul-Email-Adressen Handyverträge abgeschlossen und Reisen gebucht. Außerdem soll es Drohungen gegen die Schüler gegeben haben. Dafür nutzten die Täter E-Mails mit der schuleigenen Domain – so wurde den Schülern vermittelt, es handle sich bei den Absendern um Personen aus dem Schulumfeld.

Drohungen gegen die Schüler und Bestellungen in ihrem Namen

Schon im vergangenen Schuljahr hatte es laut Möckel einen Fall von Cyber-Mobbing gegeben. Nach den Sommerferien hätten sich die Fälle gehäuft. Erst seien vor allem Mails mit Links zu pornographischen Seiten an die minderjährigen Schüler verschickt worden. Dazu kamen Mails mit Drohungen, etwa, sie würden alle schlechte Noten bekommen. Seit kurzem würden auch Bestellungen im Namen der Schüler getätigt, erklärte der Schulleiter.

Kriminalpolizei will IP-Adressen nachverfolgen

Seit einigen Wochen ermittelt nun das Kommissariat elf "Cyber Kriminalität" der Kripo Dillingen. Die Experten stoßen bei ihrer Arbeit aber immer wieder auf Schwierigkeiten. Mangels Vorratsdatenspeicherung hätten sie Probleme, die IP-Adressen des Mailschreibers nachzuverfolgen. Die Mails würden oftmals auch übers Ausland umgeleitet – das mache die Sache noch schwieriger, da im Ausland Daten teils noch kürzere Zeit gesichert würden als in Deutschland, so die Kriminalpolizei.

Hilflosigkeit und Angst bei Nördlinger Schülern und Lehrern

Ein finanzieller Schaden ist laut Kripo noch nicht entstanden. Die Bestellungen, die im Namen der Schüler getätigt worden waren, konnten bislang alle storniert werden. Die Betroffenen haben laut Schulleiter Thomas Möckel aber einen hohen Leidensdruck und seien genervt. Es herrsche Hilflosigkeit und ein Gefühl der Angst – sowohl bei den Schülern als auch den Lehrern. Möckel hofft, dass die Schikanen aufhören und der Täter oder die Täterin gefasst werde. Die betroffenen Schüler hätten bereits Hilfe bei der Schulsozialarbeiterin und dem Verbindungslehrer in Anspruch genommen. Auch eine Schulpsychologin stünde bereit.

Kripo Dillingen will Eltern aufklären

Die Polizei empfiehlt Eltern, auf Handys und PCs von Kindern entsprechende Jugendfilter wie etwa klicksafe.de einzubauen. Am nächsten Montag wird es einen Klassenelternabend in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Dillingen geben. Dabei werde soweit es die Ermittlungen zuließen über den Fall berichtet. Außerdem soll es um Präventionsmaßnahmen bei Cyber-Mobbing gehen.