BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Kreistag entscheidet über Höllental-Brücken im Frankenwald | BR24

© Landratsamt Hof

Weltweit längste Fußgänger-Hängebrücke über das Höllental

Per Mail sharen
Teilen

    Kreistag entscheidet über Höllental-Brücken im Frankenwald

    Im Hofer Kreistag werden heute die neuesten Planungen zu den umstrittenen Fußgängerbrücken über das Lohbachtal und das Höllental präsentiert. Dann sollen sich die Kommunalpolitiker endgültig für oder gegen die Brücken entscheiden.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Die Stege über das Lohbachtal und das Höllental bei Lichtenberg (Lkr. Hof) sollen die längsten Fußgängerbrücken der Welt werden. Heute werden im Hofer Kreistag die neuesten Pläne für die Höllentalbrücken vorgestellt. Danach sollen die Kreisräte endgültig über das umstrittene Tourismusprojekt entscheiden.

    Kosten für Höllentalbrücken steigen

    Vor allem die rund 1.000 Meter lange Überquerung des besonders geschützten Höllentals steht in der Kritik. "Hier werden die Schönheit und die Ursprünglichkeit der Natur zur bloßen Kulisse degradiert", schrieb die Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) in einem offenen Brief an die Kreisräte vor der entscheidenden Sitzung.

    Die "Bürgerinitiative Höllental" befürchtet zudem, dass die Kosten aus dem Ruder laufen. Statt der ursprünglich veranschlagten zwölf Millionen Euro müsse man inzwischen von rund 30 Millionen Euro ausgehen, so die Initiatoren. Im April war bekannt geworden, dass die Brücke über das Höllental statt der ursprünglich geplanten 720 Meter mehr als einen Kilometer lang sein muss, um den Masten der Brücke außerhalb der Flora-und-Fauna-Schutzzone platzieren zu können.

    Kritik: Alternativen nicht geprüft

    LBV und Bund Naturschutz (BN) kritisieren, dass das Landratsamt Alternativ-Standorte zum Höllental nicht eingehend geprüft habe: etwa das Tal der Wilden Rodach vom Romansfelsen bei Schwarzenbach am Wald (Lkr. Hof) zum geplanten Naturschutz-Zentrum am ehemaligen Gasthof Fels. "Der Frankenwald bietet viele tief eingeschnittene Täler, die mittels einer Hängebrücke spektakulär überspannt werden könnten. Warum muss es denn unbedingt dieser hochsensible Bereich eines FFH-Gebiets sein?", fragt sich Richard Mergner, Landesvorsitzender des BN.

    💡 Was sind FFH-Gebiete?

    FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete im Natur- und Landschaftsschutz, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitaten) dienen. Diese FFH-Gebiete sind Teil des Natura-2000-Netzwerkes, das aus zusammenhängenden Schutzgebieten in Europa aufgebaut werden soll, um die einheimische Natur zu bewahren. (Erklärt von Petra Zimmermann, BR24)

    Erfahrene Architekturbüros

    Das Hofer Landratsamt beschäftigt sich seit mehr als zwei Jahren mit dem spektakulären Tourismus-Projekt. In zwei Bürgerentscheiden hatten die Einwohner von Issigau und Lichtenberg 2018 für die Brücken gestimmt.

    Bei der Kreistags-Sitzung heute Nachmittag stellen die Planer der beiden renommierten Architekturbüros "schlaich bergermann partner" aus Stuttgart sowie "Walch und Partner" aus Reutte in Österreich Details des Projekts vor. Die Büros haben unter anderem die Brücke zum Unesco-Welterbe Mont-Saint-Michel in Frankreich und die Brücke "highline 179" über die Fernpass-Straße bei Reutte in Tirol konzipiert.