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Kreisklinik Roth befürwortet bestehende Sterbehilfe-Regelung | BR24

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Seit über drei Jahren steht Sterbehilfe in Deutschland unter Strafe – aber ist das auch mit den Grundrechten vereinbar? Reporterin Sophia Ruhstorfer war im Kreisklinikum Roth an der Palliativstation und hat den Alltag beobachtet.

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Kreisklinik Roth befürwortet bestehende Sterbehilfe-Regelung

Das Bundesverfassungsgericht befasst sich heute und morgen mit der Frage, ob das Recht auf selbstbestimmtes Sterben einen Anspruch auf Unterstützung hat. Mediziner der Kreisklinik Roth haben zur Sterbehilfe eine klare Meinung.

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Auf der Palliativstation des Kreisklinikums Roth herrscht eine wohnliche Atmosphäre mit Sofaecken und Teeküche. Es ist ruhig, aus den Zimmern sind leise Stimmen zu hören. Patienten mit unheilbaren, weit fortgeschrittenen Krankheiten liegen hier. Etwa 50 Prozent dürfen nach kurzem Aufenthalt wieder nach Hause. Die andere Hälfte der Patienten wird hier sterben.

Patienten bitten um Sterbehilfe

Ärzte und Pfleger versuchen, die restliche Lebenszeit bei jedem Kranken so gut wie möglich zu gestalten. Trotzdem kann es vorkommen, dass Patienten durch ihre Krankheit den Lebenswillen verlieren und die Ärzte um aktive Sterbehilfe bitten.

Doch meist stehen dabei Schmerzen und Ängste im Vordergrund. Wenn man diese gut behandelt oder einstellt, erübrigt sich dieser Wunsch, sagt der Pflegeleiter der Palliativstation, Stefan Wiesmüller.

"Mutigere" Therapien

Viele wüssten gar nicht, was in der Palliativmedizin möglich ist. Ein Team aus Ärzten, Pflegern, Psychoonkologen, Hospizhelfern und Seelsorgern kümmert sich rund um die Uhr um die schwer kranken Patienten und ist im regen Austausch. Um leidenden Patienten zu helfen, ist man auf der Palliativstation mutiger im Umgang mit Betäubungsmitteln, so Pflegeleiter Stefan Wiesmüller.

So haben Ärzte und Pfleger die Möglichkeit, häufig Opiate einzusetzen, so der Palliativmediziner Lars Knipp-Rentrop.

"Wir behandeln damit die Schmerzen der Patienten und auch die Atemnot. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, bis hin zur palliativen Sedierung, wo man die Patienten in einen gewissen Schlafzustand versetzt." Lars Knipp-Rentrop, Palliativmediziner Kreisklinik Roth

Wunsch zu sterben lässt nach

Aktive Sterbehilfe lehnt das Team an der Kreisklinik Roth ab. Die Ärzte sind der Meinung, der Tod solle natürlich bleiben. Meist lasse der Wunsch zu sterben nach einigen Tagen Aufenthalt in der Palliativabteilung nach, so Knipp-Rentrop.

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Das Thema Sterbehilfe wird nach wie vor sehr kontrovers disktutiert. In welchen Fällen ist Sterbehilfe in Deutschland überhaupt erlaubt? #fragBR24