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Bildrechte: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Was bislang nur für Astrazeneca und Johnson & Johnson galt, soll jetzt auch für Biontech und Moderna gelten: Impfen ohne Priorisierung in den Praxen. Die Hausärzte begrüßen die pragmatische Lösung, aber es gibt auch Kritik.

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Bayern gibt alle Corona-Impfstoffe in Arztpraxen frei

Bayerns Hausärzte sollen schon ab kommender Woche alle Impfstoffe unabhängig von der Priorisierung spritzen dürfen. Das sagte Ministerpräsident Söder nach der CSU-Fraktionsklausur im Landtag. Zugleich kündigte er weitere Öffnungsschritte an.

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  • BR24 Redaktion

Bayern will die Priorisierung für alle Corona-Impfstoffe in Arztpraxen aufheben. Dies werde "im Laufe der nächsten Woche" passieren, sagte Ministerpräsident Söder nach der CSU-Fraktionsklausur im Landtag in München. Die Ärzte bräuchten noch etwas Zeit, sich vorzubereiten. In den Impfzentren solle es aber bei dem bisherigen Verfahren mit der festgelegten Impfreihenfolge bleiben.

Bayern greift dem Bund vorweg

Bislang sind lediglich die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson unabhängig von der Priorisierung freigegeben. Für die anderen Impfstoffe hatte dies der Bund für Juni in Aussicht gestellt - Bayern hatte aber angekündigt, hier schneller agieren zu wollen.

Auch Baden-Württemberg gab heute bekannt, die Impfreihenfolge in den Arztpraxen ab Montag freizugeben.

Hausärzteverband: Impfstoff ist trotzdem noch knapp

Der Bayerische Hausärzteverband begrüßt die angekündigte Aufhebung der Priorisierung für alle Corona-Impfstoffe in den Arztpraxen grundsätzlich. "Wir stehen für Pragmatismus", sagte der Landesvorsitzende Markus Beier dem BR. Man erlebe in den Praxen eine wachsende Ungeduld der Patienten, außerdem gebe es hohen Abstimmungsbedarf mit den Impfzentren.

Allerdings forderte Beier zur Aufhebung der Priorisierung die klare Kommunikation, dass durch den Schritt nicht mehr Impfstoff zur Verfügung stehen werde.

Kritik von Patientenschützern

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisiert hingegen die geplante Impfstofffreigabe. Solange es nicht genügend Impfstoff gebe, setze die Politik mit einer solchen Entscheidung einen "Spaltpilz" in die Gesellschaft, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. "Nicht die Priorisierung ist der Hemmschuh beim Impffortschritt, sondern einzig der Mangel an Impfstoff."

Die Entscheidungen in Baden-Württemberg und Bayern, dass Hausärzte ungeachtet der staatlichen Prioritäten Menschen impfen dürfen, sei ein Beispiel dafür, "wie man sowohl den Impfdruck auf Ärzte erhöhen kann und Frust in der Gesellschaft schafft".

Weitere Öffnungsschritte: Freibäder öffnen ab 21. Mai

Ministerpräsident Söder kündigte außerdem die nächsten Öffnungsschritte für Bayern an: In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 sollen ab dem 21. Mai Freibäder unter Auflagen wieder öffnen dürfen, nämlich mit Tests und Termin-Slots.

Ebenso könnten in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz unter 100 ab dem 21. Mai Kulturveranstaltungen im Freien erlaubt werden, mit bis zu 250 Personen, mit fester Bestuhlung, mit Tests und Hygienekonzepten. Nach Pfingsten werde man überprüfen, welche Möglichkeiten es für die Innengastronomie gebe.

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