Jemand füllt am Wasserhahn ein Glas mit Leitungswasser.
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Leitungswasser.

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Kreis Altötting: PFOA-Belastung der Menschen deutlich gesunken

Untersuchungen des Landesamts für Gesundheit zeigen, dass sich die PFOA-Belastung im Blut der Menschen im Kreis Altötting gegenüber 2018 halbiert hat. Sie hatten die gesundheitsschädliche Chemikalie jahrelang mit dem Trinkwasser aufgenommen.

Die PFOA-Belastung der Menschen in Altötting ist seit 2018 um etwa die Hälfte gesunken. Das zeigen neue Blutuntersuchungen des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). 75 Prozent der Menschen, die bereits 2018 an der Untersuchung teilgenommen hatten, haben sich auch 2022 wieder Blut abnehmen lassen. Der PFOA-Gehalt in den Proben fiel im Schnitt um 56 Prozent. Nur noch bei 280 der rund 760 untersuchten Personen lag der PFOA-Wert über dem sogenannten HBM-II-Wert. Sobald dieser überschritten ist, sind gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich, aber kein Muss. Zum Vergleich: 2018 lag der PFOA-Wert von 475 Personen über diesem Wert.

Landratsamt: Gegenmaßnahmen erfolgreich

Ein derartiger Rückgang war laut LGL zu erwarten, sofern kein neues PFOA aufgenommen wurde, weil die Halbwertszeit von zwei bis vier Jahren inzwischen abgelaufen ist. Die Zahlen zeigen damit laut LGL auch, dass die PFOA-Gegenmaßnahmen im Kreis Altötting erfolgreich waren.

PFOA-Aufnahme durch Trinkwasser

Die Menschen in Altötting haben die gesundheitsschädlichen PFOA-Chemikalien jahrelang vor allem durch das Trinkwasser aufgenommen. Sie gelangten bis 2008 durch den Chemiepark Gendorf in die Umwelt. Seit 2018 ist das Trinkwasser der Region laut LGL bereinigt, unter anderem durch den Einbau von Aktivkohlefiltern.

Ausführlicher Bericht erst 2023

Einen ausführlichen Bericht will das LGL im Laufe des nächsten Jahres (2023) veröffentlichen. Denn neben PFOA wurde das Blut der Teilnehmenden (von 2022) auch auf PFAS und Impfantikörper untersucht. Während der Pandemie stellte sich die Frage, ob der erhöhte PFOA-Gehalt im Blut der Menschen in der Region die Bildung von Impfantikörpern generell beeinträchtigen könnte.

Trinkwasser läuft aus dem Wasserhahn in ein Glas.
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Trinkwasser

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