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Es geht um die Zukunft des Kreiskrankenhauses Wolfratshausen.

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    Krankenhaus Wolfratshausen soll raus aus den roten Zahlen

    Das Kreiskrankenhaus Wolfratshausen ist seit langem defizitär, seit Jahren wird um den Fortbestand gekämpft. Jetzt sollen eine Umstrukturierung und eine Partnerschaft mit anderen Kliniken helfen.

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    Von
    • Martin Breitkopf

    Das Kreiskrankenhaus Wolfratshausen soll weiter eine stationäre Klinik bleiben, und auch die Geburtshilfe Station soll erhalten bleiben. Das sind die Grundpfeiler für alle weiteren Überlegungen, sagte heute Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) in einem Pressegespräch. Damit beruhigt der Landrat vor allem die rund 400 Mitarbeiter im Kreiskrankenhaus aber auch Bürger im Nordlandkreis. Nach Medienberichten über eine mögliche Schließung der Klinik und Umwandlung in ein ambulantes Zentrum gab es in den letzten Tagen viel Unruhe. Lokale Politiker und Bürger formierten sich bereits, um sich für den Erhalt der Kreisklinik einzusetzen.

    Schließung vom Kreiskrankenhaus ist keine Option

    Niedermaier weist jegliche Schließungspläne vehement zurück. Er spricht von einer falschen Berichterstattung in einigen Printmedien. Auch die Umwandlung in eine ambulante Klinik sei kein Thema. Trotzdem, ein "Weiter so" könne es nicht geben, heißt es im heutigen Pressegespräch. Zu groß sei das Defizit, das die Klinik jedes Jahr produzieren – trotz erheblicher Fördergelder von der Regierung von Oberbayern. Außerdem sei es immer schwieriger, medizinisches Personal zu bekommen, und auch die regelmäßig nötigen Investitionen in Infrastruktur und Medizintechnik würden ein immer größeres Problem. Das Klinikum in Wolfratshausen stehe zudem in einem harten Konkurrenzkampf mit anderen Anbietern. So würden zu viele Patienten aus dem Landkreis im Fall der Fälle oft Kliniken im nahen München vorziehen. Um den Fortbestand des Kreiskrankenhauses zu sichern, brauche es deshalb eine strategische Partnerschaft, so Niedermaier.

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    Landrat Josef Niedermaier im Pressegespräch.

    Strategische Partnerschaft mit anderer Klinik

    Vom Kreistag will sich Niedermaier grünes Licht holen für Verhandlungen mit möglichen Partnern. Von Privatkliniken bis zu kommunalen Anbietern in den Nachbarlandkreisen sei dabei alles möglich. Die Hoffnung sei zum einen, dass Synergieeffekte entstehen könnten und zum anderen nicht jede Klinik unbedingt jede Operation anbieten müsse. So soll das Krankenhaus aus den roten Zahlen kommen, um den Bürgern im Nordlandkreis ein bestmögliches medizinisches Angebot zu bieten. Der Landrat hat auch einen Appell an die Bürger im Landkreis. Letztlich brauche es auch hier ein Umdenken. Nur wenn das medizinische Angebot in Wolfratshausen auch angenommen werde, habe eine vollwertige Klinik eine Zukunft.

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