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Krankenhaus in Hersbruck schließt zum 31. Mai | BR24

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Die Nachricht hat für viel Aufregung gesorgt: Das Krankenhaus in Hersbruck soll früher schließen als geplant, zum 31. Mai. Die Bürgerinitiative, die lange für den Erhalt der Klinik gekämpft hat, reagiert enttäuscht und wütend.

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Krankenhaus in Hersbruck schließt zum 31. Mai

Nun ist es offiziell: Das Krankenhaus in Hersbruck wird zum 31. Mai schließen. Das teilten die Verantwortlichen heute mit. Nachdem die fünf Belegärzte zum 31. Mai gekündigt haben, müsse der Betrieb schneller als geplant eingestellt werden.

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Die vorzeitige Schließung des Herbrucker Krankenhauses erklärte Thomas Grüneberg, Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH, bei einer Pressekonferenz. Nun laufen die Vorbereitungen, um die 48 Betten aus dem Krankenhaus in Hersbruck schnell nach Lauf zu verlegen. Dies war zwar bereits für die geplante Schließung im Jahr 2022 vorgesehen, muss jetzt aber schneller gehen.

"Das ist ein enger und strenger Zeitplan. Wir müssen uns jetzt schnell mit dem Ministerium zusammensetzen, um die nötige Baumaßnahmen voranzutreiben." Thomas Grüneberg, Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH

Das Krankenhaus in Lauf muss erst noch erweitert und umgebaut werden: Es müsse Platz für die zusätzlichen Betten geschaffen werden. Zudem müsse die Notaufnahme umgerüstet, erweitert und modernisiert sowie die OP-Kapazität erhöht werden, sagte Grüneberg.

Mitarbeiter sollen in Lauf oder Altdorf arbeiten

Bereits 2017 war beschlossen worden, den Standort in Hersbruck aufzugeben und dafür das Krankenhaus in Lauf zukunftssicher aufzubauen. Die Belegschaft des Hersbrucker Krankenhauses wurde gestern (02.04.2019) über die Schließung informiert. Die knapp 50 Mitarbeiter sollen übernommen werden und in Zukunft in den Krankenhäusern in Lauf oder Altdorf arbeiten, so Grüneberg.

Medizinische Versorgung soll mit Lauf gesichert sein

Die medizinische Versorgung der Bevölkerung sei weiterhin durch das Krankenhaus in Lauf gewährleistet, das rund 14 Kilometer von Hersbruck entfernt ist. Zudem wird das Gebäude in dem das Hersbrucker Krankenhaus untergebracht ist, vorerst nicht geschlossen. Praxen und eine Intensivpflegeklinik bleiben vor Ort bestehen. Wie das Gebäude aus dem Jahr 1907 in Zukunft genutzt wird, ist offen. An Ideen mangele es aber nicht, man sei in Gesprächen mit dem Gesundheitsministerium.

Fachkräftemangel hat Kündigung der Belegärzte erzwungen

Gestern war bekannt geworden, dass die fünf Belegärzte ihre Kündigung eingereicht haben und das Krankenhaus früher als geplant vor dem Aus steht. Hans Kolb, der Belegarztsprecher im Krankenhaus Hersbruck, berichtete, wie schwer ihm und den anderen Ärzten die Entscheidung gefallen sei, aber ohne genügend Assistenzärzte und auch ausreichend Pflegekräfte waren er und seine Kollegen gezwungen, zu kündigen – die Belastung sei zu groß für die fünf Ärzte geworden. So habe der Fachkräftemangel die frühere Schließung des Krankenhauses erzwungen.

Bürgerinitiative entsetzt, plant Flashmob

Die Bürgerinitiative, die seit Jahren gegen die Schließung kämpft, ist derweil verärgert über die Politik. Die Sprecherin der Bürgerinitiative, Angelika Pflaum, sagte dem BR am Dienstag (02.04.19): "Es ist sogar im Koalitionsvertrag festgelegt, dass ein Schutzschirm über die kleinen Krankenhäuser gespannt wird." Sie wollte es nicht hinnehmen, "dass es jetzt so dargestellt wird, dass die Schuld bei den Ärzten liegen soll, weil sie gekündigt haben". Die Bürgerinitiative plant am kommenden Montag (08.04.19) einen Flashmob zu organisieren, der ein Feldlazarett auf dem Hersbrucker Marktplatz errichten soll.